Tschechiens Staatspräsident besucht Litauen: Verteidigungsausgaben im Fokus der Gespräche
Der tschechische Staatspräsident Petr Pavel hat am Donnerstag seinen offiziellen Besuch in Litauen eröffnet. Am Vormittag wurde das Präsidentenpaar vom litauischen Staatsoberhaupt Gitanas Nausėda und dessen Gattin empfangen. Im Anschluss daran sprachen die Präsidenten unter anderem über die Zusammenarbeit in der Wirtschaft sowie über Verteidigungsfragen.
Nausėda rief auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Vilnius die Nato-Länder zur Verantwortung auf. Sollten die Mitgliedstaaten ihren Verpflichtungen gegenüber der Nato nicht nachkommen, werde nicht nur ihre eigene, sondern auch die kollektive Sicherheit untergraben, sagte er. Pavel kritisierte in Litauen die geplante Höhe der tschechischen Verteidigungsausgaben. Er werde seine Argumente am Dienstag gegenüber Babiš wiederholen, sagte er. Die Verteidigungsausgaben seien für ihn ein Zeichen von Glaubwürdigkeit, so der tschechische Präsident.
Litauen wird in diesem Jahr 5,4 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Verteidigung ausgeben. Im tschechischen Staatshaushalt, der am Mittwoch vom Abgeordnetenhaus verabschiedet wurde, wird mit knapp 1,8 Prozent gerechnet.
Der letzte bilaterale Besuch eines tschechischen Staatsoberhaupts in Litauen fand vor 20 Jahren statt, als Václav Klaus das Land besuchte.