Öffentlichkeit verabschiedet sich von Schauspieler und Bürgeraktivist Jan Potměšil

Jan Potměšil

Die tschechische Öffentlichkeit wird sich am Dienstag in der Prager Teynkirche vom Schauspieler und Bürgeraktivisten Jan Potměšil verabschieden.

Der Theater- und Filmschauspieler Jan Potměšil ist am 16. April im Alter von 60 Jahren nach einer langen Krankheit gestorben. Er war nach einem Autounfall seit seinem 23. Lebensjahr auf den Rollstuhl angewiesen.

„Die Prinzessin und der fliegende Schuster“ | Foto: Tschechisches Fernsehen

Potměšil studierte an der Prager Theaterakademie DAMU. Während des Studiums gastierte er im Prager Theater am Geländer. Er spielte in Filmen sowie Fernsehserien. Der Märchenfilm „Die Prinzessin und der fliegende Schuster“ von 1987, in dem er die Titelrolle spielte, wurde auch in der DDR im Kino gezeigt und lief ebenso in der ARD. Mit 21 Jahren wurde Potměšil in der Tschechoslowakei zum Filmstar – vor allem dank der Rolle eines naiven jungen Mannes im Film „Bony a Klid“ von Vít Olmer. Der Film wurde 1989 unter dem Titel „Der Boss kennt auch den Staatsanwalt“ im ZDF gezeigt. In den Kinos in der DDR lief er im Jahr darauf unter dem Titel „Das große Geld“.

Jan Potměšil | Foto: René Volfík,  iROZHLAS.cz

Jan Potměšil engagierte sich schon kurz vor der Samtenen Revolution gesellschaftlich. Er nahm an den Demonstrationen während der sogenannten „Palach-Woche“ im Januar 1989 teil. Im November desselben Jahres schloss er sich dem Schauspielerstreik an. Er nahm an Reisen in die Regionen teil und bemühte sich, außerhalb von Prag die Informationen über die politischen Ereignisse zu verbreiten. Eine der Reisen endete mit einem schweren Autounfall. Potměšil, der von diesem Moment an auf den Rollstuhl angewiesen war, kehrte später nach einer langen Behandlung zum Schauspielerberuf zurück. Er war zudem Moderator verschiedener Benefizveranstaltungen und engagierte sich im Bereich der Menschenrechte. 2025 wurde er vom Institut für das Studium totalitärer Regime (ÚSTR) für seine tapfere Haltung mit dem Václav-Benda-Preis ausgezeichnet.

Autor: Martina Schneibergová | Quelle: ČTK
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