Geheimdienstchef Koudelka äußert sich zu Festnahme mutmaßlichen chinesischen Spions

Der Leiter des tschechischen Inlandsnachrichtendiensts BIS, Michal Koudelka, hat sich am Montag zur Festnahme eines mutmaßlichen chinesischen Spions im Januar geäußert. Das harte Vorgehen Tschechiens habe laut Koudelka bewiesen, dass man hierzulande bereit sei, Gegner konsequent zu verfolgen. Zugleich habe die Aktion eine symbolische Bedeutung. Denn zu einem derart entschiedenen Handeln und einer anschließenden strafrechtlichen Verfolgung sei nur eine Handvoll Länder bereit, so Koudelka am Montag bei einer Sicherheitskonferenz im Abgeordnetenhaus in Prag.

Der chinesische Staatsbürger soll vor seiner Festnahme im Januar mehrere Jahre lang als Journalist getarnt in Tschechien tätig gewesen sein. Die Ermittlungen gegen ihn fallen unter ein neues Gesetz zu Spionagetätigkeiten, das zum ersten Mal angewandt wurde. Derzeit ist der verdächtige Mann in Untersuchungshaft.

Koudelka äußerte sich bei der Konferenz am Montag auch zum Iran-Krieg. Dass die Nato-Staaten dahingehend nicht geschlossen auftreten, sende kein gutes Signal, so der Geheimdienstchef. Hinsichtlich des russischen Krieges gegen die Ukraine betonte Koudelka, dem Rest Europas würden derzeit keine vergleichbaren Angriffe drohen. Denkbar sei aber ein russischer Angriff auf eines der Nato-Länder im Baltikum, um die Reaktionsfähigkeit des Verteidigungsbündnisses zu testen.