Sonnenfinsternis: Forscher aus Brünn brechen zu Beobachtungen nach Island und Spanien auf
Forscher von der Technischen Universität (VUT) in Brno / Brünn reisen nächste Woche nach Island und nach Spanien, um dort jeweils die totale Sonnenfinsternis zu beobachten.
Seit mehr als zwanzig Jahren erforscht ein Expertenteam aus Brünn die totale Sonnenfinsternis an verschiedenen Orten in der Welt. Am 12. August werden die Wissenschaftler während der totalen Sonnenfinsternis in Island und in Spanien Fotos machen, die ihnen dabei helfen, die Sonne und den Sonnenwind zu erforschen.
„Es ist die 16. offizielle Expedition der Technischen Universität," sagt der Leiter des Teams, Miloslav Druckmüller.
Die Forscher werden sich auf fünf Standorte aufteilen – zwei in Island und drei in Spanien. Der Leiter des Teams dazu:
„Eine totale Sonnenfinsternis ist dadurch einzigartig, dass sie das Streulicht in der Erdatmosphäre stark reduziert. Damit ermöglicht sie eine Beobachtung der Sonnenkorona.“
Die etwa zwei Minuten dauernde totale Sonnenfinsternis bietet Wissenschaftlern die Gelegenheit, einen Blick in den Bereich zu werfen, der sonst im gleißenden Licht der Sonne verborgen bleibt.
„Die Sonne ist von einer feinen Plasmahülle umgeben, die normalerweise ohne eine totale Sonnenfinsternis von der Erde aus nicht beobachtet werden kann," erläutert Miloslav Druckmüller.
Die Experten aus Tschechien werden Dutzende von speziell modifizierten Geräten mit sich führen. Laut dem Leiter des Teams gehören dazu Kameras für Amateurastronomie, Optiken und Schmalbandfilter. Ein einziger Filter kostet jedoch 8000 US-Dollar und muss speziell für das Team angefertigt werden. Die Wissenschaftler verfügen über rund 40 Objektive und Geräte, die sie auf die Sonnenfinsternis richten werden.
Der Großteil der technischen Ausstattung entstand direkt in Brünn. Martin Šebek von der Technischen Universität und vom dortigen Studentenfotoclub beschrieb in den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks einige der Geräte:
„Vier Objektive sind an einen Rahmen montiert. Die Metallkonstruktion dient dazu, die Kameras zu synchronisieren, sodass sie alle in dieselbe Richtung gerichtet sind.“
Das Ergebnis seien Bilder, auf denen sich Bereiche der Sonnenkorona mit unterschiedlichen Temperaturen unterscheiden ließen, merkte Šebeks Kollege Václav Široký an und fügte hinzu:
„Die astronomische Kamera hat ein 300-Millimeter-Objektiv, an dessen Ende sich ein Schmalbandfilter befindet. Dieser ist auf die Wellenlänge des jeweiligen Eisen-Ions abgestimmt, das wir beobachten.“
Auf einem Foto erscheint die Sonnenfinsternis als schwarze Kugel, von der ein roter und ein grüner Schein ausgehen. Miloslav Druckmüller erläutert:
„Das grüne Leuchten stammt von dreizehnfach ionisiertem Eisen. Das Rot ist die Strahlung von neunfach ionisiertem Eisen. Das Grün stellt den heißen Teil der Sonnenkorona dar, während das Rot für den kühlen Teil steht.“
Derartige Fotos helfen den Forschern zu beobachten, wie sich die Sonne verhält und verändert.
In Tschechien lässt sich am 12. August keine totale, sondern nur eine partielle Sonnenfinsternis erleben. Sie beginnt um 19:19 Uhr, und der Mond wird rund 85 Prozent der Sonnenscheibe bedecken. Selbst dann sei es notwendig, sein Sehvermögen zu schützen, betont Druckmüller:
„Der direkte Blick in die Sonne ist extrem gefährlich. Ich möchte davor warnen. Wer eine partielle Sonnenfinsternis beobachten möchte, sollte sich eine geeignete Brille besorgen. Am besten ist es, eine Sternwarte zu besuchen, wo entsprechende Ausrüstung zur Verfügung steht.“
Das Forscherteam bricht am 5. und 6. August nach Island und nach Spanien auf.
Bilder vergangener Sonnenfinsternisse sind auf der Website www.solarwindsherpas.com zu finden.







