Medienstreit in Tschechien: Verbände rügen Außenminister wegen Journalistenausschluss

Tschechische Medienverbände protestieren in einer gemeinsamen Erklärung gegen die Behinderung von Journalisten durch das Außenministerium. Hintergrund ist ein Vorfall vom vergangenen Freitag: Einer Reporterin vom Investigativmedium Deník N wurde der Zutritt zu einer Pressekonferenz Ministerium verwehrt.

Die Organisationen – darunter der Landesausschuss des International Press Institute (IPI), der Verband der Verleger und der Journalistenverband (Syndikát novinářů ČR) – werfen Außenminister Petr Macinka (Motoristé sobě) die gezielte Selektion von Medien vor. Das Vorgehen verstoße zudem gegen den Geist des Europäischen Medienfreiheitsgesetzes (EMFA), das einen diskriminierungsfreien Zugang zu öffentlichen Informationen garantiere, hieß es.

Minister Macinka spielte die Kritik gegenüber der Presseagentur ČTK zunächst herunter. Er gab an, dass ihm außer dem Journalistenverband keine der beteiligten „Medien-NGOs“ überhaupt ein Begriff sei.