Beim Festival der jüdischen Kultur „Štetl“ in Brünn wird an die Große Synagoge erinnert
Am Sonntag ist in Brno / Brünn das Festival der jüdischen Kultur „Štetl“ zu Ende gegangen. Dieses Jahr zielte es darauf, an den Ort, an dem früher die Große Synagoge stand, zu erinnern und ihn zu beleben. Dies ist laut den Veranstaltern gelungen. Festivaldirektorin Eva Yildizová erklärte am Sonntag gegenüber der Presseagentur ČTK, dass nach der geplanten Bebauung des Geländes eine dauerhafte Gedenkstätte für die Synagoge vorgesehen sei. Die Synagoge wurde 1939 von den Nationalsozialisten niedergebrannt, seitdem blieb das Grundstück unbebaut.
Am Festival, das vom Mittwoch bis Sonntag stattfand, nahmen laut Yildizová rund 11.000 Menschen teil. Die Mehrheit der Veranstaltungen war ausverkauft. Nach Brünn sind diesmal auch etwa 70 Angehörige der Industriellenfamilien Placzek, Löw-Beer, Fuhrmann, Kohn und Stiassni gekommen. Viele ihrer Vorfahren wurden in den KZ ermordet, weitere flüchteten vor den Nazis ins Ausland. Derzeit leben sie in der ganzen Welt, fast die Hälfte von ihnen hat nun zum ersten Mal Brünn besucht.