Reggae und Soul als Inspiration – Richard Tesařík mit der Yo Yo Band
Richard Tesařík war Sänger, Texter rund Bandleader. Der Mitbegründer der Yo Yo Band ist vor einer Woche im Alter von 80 Jahren gestorben.
Richard Tesařík wurde 1945 in Svitavy geboren. Sein Vater war General der tschechoslowakischen Armee, der die Truppe jedoch später verlassen musste. Genauso wie viele andere hohe Offiziere bekam Tesařík Senior eine Wohnung im Villenviertel Hanspaulka im Prager Stadtteil Dejvice. In Hanspaulka entstanden in den 1970er und 1980er Jahren mehrere Rock-, Pop- und Folkbands, die später in der ganzen Tschechoslowakei bekannt geworden sind. Zu ihnen gehört auch die Yo Yo Band, die sich zum ersten Mal 1975 bei den Jazztagen in Slaný der Öffentlichkeit vorstellte. Begründer der Band war Richard Tesařík, mit dabei waren noch weitere Musiker und vor allem sein Bruder Vladimír.
Die Yo Yo Band fand Inspiration bei Reggae, Soul und lateinamerikanischen Rhythmen. Die beliebtesten Songs entstanden in den 1990er Jahren und werden bis heute viel gespielt. Die Band erlebte einige Besatzungswechsel, den Kern bildeten jedoch die Brüder Tesařík.
Vladimír Tesařík starb bereits an den Folgen einer Verletzung, die er 2003 bei einem Fahrradunfall erlitten hatte. Richard trat nach dem Tod seines Bruders weiter mit der Band auf. Er gab einige Soloalben heraus und spielte in mehreren tschechischen Musicals im Prager Theater Kalich. Richard Tesařík spielte auch in Filmen mit. In dem beliebten Film „Pelíšky“ von Jan Hřebejk von 1999 übernahm Tesařík die kleine Rolle eines sowjetischen Offiziers. Ein Jahr später tauchte er auch in Hřebejks Film „Musíme si pomáhat“ (Wir müssen zusammenhalten) auf.
Das letzte musikalische Projekt, an dem sich Richard Tesařík beteiligte, war das Album von Ondřej Soukup und Marian Zima mit dem ironischen Titel „Lieder, die niemand hören wollte“.







