Drama mit Happy End im Davis Cup: Tschechen besiegen die USA und ziehen in Finalrunde ein

Jiří Lehečka

Es scheint, dass sich die Davis-Cup-Geschichte wiederholt. Die tschechischen Tennisspieler haben nach einem Jahr erneut das starke Team der USA besiegt und ziehen in die Finalrunde ein. 2025 triumphierten die Tschechen in Delray Beach, diesmal feierten sie den Sieg in der Prager O2 Arena.

„Tien hat den Ball noch herausgekratzt, aber Lehečka fliegt heran, und das Spiel ist zu Ende. Lehečka auf den Knien, jedoch als Sieger,“ jubelte der Rundfunkreporter am späten Samstagabend.

Jiří Lehečka | Foto: Michaela Říhová,  ČTK

Die ganze Prager O2 Arena applaudierte stehend dem 24-jährigen tschechischen Tennisspieler. Lehečka hatte den Sieg im Davis Cup gegen die USA besiegelt. In den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks sagte er später:

„Ich freue mich riesig darüber, dass die Arena bis zur allerletzten Sekunde voll besetzt geblieben ist. Das weiß ich wirklich zu schätzen. Ich glaube, keiner von uns hat schon begriffen, wie gewaltig die Unterstützung war, die wir hier erfahren haben. Genau das waren die Gründe, warum wir hier spielen wollten und warum es so gelaufen ist, wie es gelaufen ist.“

Jiří Lehečka | Foto: Michal Kamaryt,  ČTK

Lehečka setzte sich gegen den US-Amerikaner Learner Tien mit 6:3 und 7:5 durch und holte den entscheidenden dritten Punkt für sein Team.

Es war Jakub Menšík, der seinem um drei Jahre älteren Teamkollegen erst ermöglicht hatte, das entscheidende Spiel zu bestreiten. Der Tscheche, der derzeit auf Rang 15 der Weltrangliste liegt, bezwang den Weltranglistenvierten und diesjährigen US-Open-Finalisten, Ben Shelton, mit 5:7, 6:4 und 6:3. Jakub Menšík:

Jakub Menšík | Foto: Michal Růžička,  MFDNES,  LN/Profimedia

„Die Atmosphäre in der Arena insgesamt und das ganze Team – sie haben mich ständig vorangetrieben. Ich war davon überzeugt, dass diese Energie und dieser Antrieb immer noch in mir steckten, auch wenn ich völlig am Limit war. Ich bin unglaublich stolz auf die Jungs. Ich finde, wir haben den Sieg wirklich verdient.“

Der Kapitän des Davis-Cup-Teams, Tomáš Berdych, lobte alle seine Spieler. Auf der Pressekonferenz nach dem Sieg brachte er die Hoffnung zum Ausdruck, dass das tschechische Team im kommenden Jahr in der Qualifikation nicht auf die US-Amerikaner treffen werde.

Tomáš Berdych | Foto: Michal Růžička,  MFDNES,  LN/Profimedia

„Im vergangenen Jahr sahen wir uns in den USA mit unglaublich schwierigen Bedingungen konfrontiert. In diesem Jahr waren wir zu Hause und mussten uns vorschreiben lassen, auf welchem Belag wir spielen sollen. Der Gegner blieb genauso stark, vielleicht war er um ein Tick stärker als im Vorjahr. Es fühlt sich langsam seltsam an, dass wir Jahr für Jahr auf ein so starkes Team treffen – etwas, das meiner Meinung nach niemand von uns verdient hat.“

Das Duell entwickelte sich für das tschechische Team nicht gerade ideal. Nach dem ersten Tag stand es 1:1 nach Matches. Zum Auftakt am Samstag verloren dann Adam Pavlásek und Patrik Rikl ihr Doppel gegen Austin Krajicek und Christian Harrison mit 7:5, 3:6 und 6:7. Erst Jakub Menšík brachte die Tschechen wieder zurück ins Rennen – mit seinem Sieg gegen Ben Shelton.

 Radek Štěpánek und Tomáš Berdych im Jahr 2012 | Foto: David Kubíček,  Tschechischer Rundfunk

Insgesamt haben die Tschechen das Team der USA zum dritten Mal in der Geschichte besiegt. 2012 und 2013 gewann Tschechien den Davis Cup. Damals war der heutige Kapitän Tomáš Berdych als Spieler dabei. Die Davis-Cup-Endrunde dieses Jahres wird vom 24. bis 29. November in Bologna ausgetragen.

Autoren: Martina Schneibergová , David Prouza | Quelle: Český rozhlas
schlüsselwörter:
abspielen