Kafka bei den Piaristen und zehn Stunden mit Beethoven – „Smetanova Litomyšl“ startet Kartenverkauf
Das internationale Musikfestival „Smetanova Litomyšl“ („Smetanas Litomyšl“) findet jedes Jahr im Juni und Juli in Smetanas Geburtsstadt statt. Auch die nächste Festivalauflage wird keine Ausnahme sein. Die Veranstalter haben schon diese Woche einen Teil des Programms veröffentlicht. Am Mittwoch begann der Kartenverkauf für sieben ausgewählte Festivalprojekte. Mehr erfahren Sie im Gespräch mit dem Direktor von „Smetanas Litomyšl“, Michal Medek.
Herr Medek, wie lautet das Motto der 69. Auflage von „Smetanova Litomyšl“?
„Wir haben das Programm unter dem Motto ,Das Schicksal‘ zusammengestellt. Das Thema des Schicksals ist in allen drei Opern enthalten, für die schon die Karten verkauft werden. Zudem ließen wir uns auch vom 200. Todestag von Ludwig van Beethoven inspirieren.“
Sie haben soeben einen Teil des Programms veröffentlicht, es handelt sich dabei um insgesamt sieben Festivalprojekte. Hinter einem davon verbirgt sich eine ungewöhnlich große Beethoven-Veranstaltung. Wie ist diese entstanden?
„Wir stellen in der Regel immer kurz vor der Adventzeit einen Teil des Programms vor, um den Besuchern zu ermöglichen, Karten oder Voucher als Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Und Bestandteil dieses Programmteils sind neun Konzerte, bei denen der Pianist Jan Bartoš an vier Tagen – von Donnerstag bis Sonntag – alle 32 Klaviersonaten von Beethoven spielen wird. Insgesamt sind es zehn oder elf Stunden Musik.“
Bei den weiteren veröffentlichten Veranstaltungen geht es vor allem um Opernprojekte. Können Sie einige davon näher vorstellen?
„Wir haben schon in den vergangenen Jahren in Zusammenarbeit mit dem Nationaltheater Brünn Mozart gespielt. Nächstes Jahr werden wir ,Don Giovanni‘ aufführen. Die Oper wird musikalisch von Václav Luks einstudiert. Spielen wird sein Ensemble Collegium 1704. Eine der Partien übernimmt die italienische Sopranistin Roberta Mamelli. Vor ein paar Jahren begeisterte sie das Festivalpublikum mit einem Konzert alter Musik in der Piaristenkirche in Litomyšl.“
Die Tschechische Philharmonie kommt zum Festival mit einer konzertanten Aufführung von Antonín Dvořáks „Rusalka“…
„Es war ein großer Wunsch des Chefdirigenten Semjon Bytschkow, dass wir ,Rusalka‘ zum Abschluss seiner Zusammenarbeit mit der Tschechischen Philharmonie im Posten des Chefdirigenten aufführen. Wir haben diese Idee begrüßt, denn die Oper passt zu dem Schloss. Die Hauptrolle der Rusalka wird die armenische Sopranistin Ruzan Mantashyan singen. Der britische Tenor David Butt Philip, der hierzulande nicht unbekannt ist, wird der Prinz sein.“
Steht auch Gegenwartsmusik auf dem Programm?
„Ja. Interessant ist die Opernvorstellung ,Prozess‘ – sie stützt sich auf das berühmte Werk von Franz Kafka. Die Oper von Philip Glass wurde vom Mährisch-Schlesischen Nationaltheater in Ostrava einstudiert. Dort erklang das Werk in einer Kirche. Wir haben uns jedoch entschieden, die Oper in der Piaristenkirche zu spielen.“
Wird das Projekt des sogenannten „Opern-Brutkastens“ weiter geführt, in dessen Rahmen junge Sängerinnen und Sänger Erfahrungen auf einer großen Bühne sammeln können?
„Ja. Auf der Hauptbühne im Schloss wird es eine Opern-Gala im Zeichen von Smetana geben. In Zusammenarbeit mit der Sopranistin Kateřina Kněžíková studieren junge Solistinnen und Solisten Arien aus verschiedenen Opern von Smetana ein. Aus jeder der Opern wird wenigstens eine Arie erklingen. Außer dieser Opern-Gala wird wie jedes Jahr auch ein Liederabend veranstaltet. Diesmal mit dem britischen Bariton und Grammy-Gewinner, Christopher Maltman.“
Das Musikfestival „Smetanova Litomyšl“ findet vom 10. Juni bis 5. Juli 2027 statt. Am Mittwoch begann der Kartenverkauf für sieben Projekte. Mehr erfahren Sie unter https://smetanovalitomysl.cz/en.
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