Sportreport

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Ahoi und herzlich willkommen zum Sportreport von Radio Prag. Am Mikrofon begrüßt Sie Lothar Martin.

Aus sportlicher Sicht ist Ende August in Tschechien eigentlich immer nur eine Veranstaltung das große Thema unter den Sportbegeisterten: der Weltmeisterschaftslauf im Motorradrennsport auf dem Masaryk-Ring bei Brno/Brünn, der alljährlich als Grand Prix der Tschechischen Republik ausgetragen wird und eine feste Größe im Veranstaltungskalender des Internationalen Motorradverbandes FIM ist. Eine feste Größe sind jedes auch die vielen motorsportverrückten Besucher aus dem In- und Ausland, insbesondere aber aus Deutschland. Gerade die deutschen Fans haben dem Rennen in Brünn all die Jahre die Treue gehalten, und zwar von 1965 bis 1982 auf dem alten, traditionellen Straßenkurs am westlichen Stadtrand der mährischen Messestadt und seit 1987 auf dem supermodernen Masaryk-Ring, der in den 80er Jahren in einem Waldgebiet 16 km nordwestlich von Brünn entstand und eine Streckenlänge von 5,4 km aufweist. Auch am vergangenen Wochenende, als sich die Weltelite zum 14. Mal auf dem neuen Kurs ein Stelldichein gab, war das nicht anders. Deshalb wollen wir heute auch einige deutsche Fans zu Wort kommen lassen, und zwar darüber, weshalb sie immer wieder gern zum Rennen nach Brünn fahren, was das Faszinierende an dieser Rennstrecke ist oder was weniger gefällt. Wenn Sie so wollen, ist das auch eine kleine Danksagung an Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, denn so mancher der in Brünn gastierenden Besucher war und ist auch Zuhörer von Radio Prag bzw. User unseres Internetangebots. Zum Masaryk-Ring bei Brünn muss man zeitig aufbrechen, wenn man einen sehr guten Platz auf den weitläufigen Naturtribünen ergattern und diesen Motorensound gut wahrnehmen will. Besonders beliebt ist die C-Tribüne, das sogenannte Stadion, weil sie in einer kurvenreichen und damit langsamen Passage der Strecke dem Zuschauer ausreichend Gelegenheit bietet, das Renngeschehen mit zum Teil packenden Zweikämpfen zu verfolgen. So sieht es auch ein aus Sohland in der Oberlausitz angereister Fan: Weniger zufrieden war man mit der Verpflegung, doch gegenüber dem Vorjahr hatte sich da zumindest schon wieder eine Verbesserung eingestellt. Deshalb waren die Fans auf der C-Tribüne auch schon ganz heiß auf die bevorstehenden Rennen in der Achtel-, der Viertel- und der Halbliterklasse. Besonders aber auf das spannende Duell in der Königsklasse (bis 500 ccm) zwischen den beiden in der WM-Wertung führenden Italienern Valentino Rossi und Max Biaggi, weshalb die C-Tribüne auch mit vielen italienischen Fahnen und Trikots ausdekoriert war. Wem man dabei mehr die Daumen hielt, das sagen Ihnen die Zuschauer selbst. Zunächst der Fan aus dem Westerwald: Bei soviel Sympathie für den jungen Heißsporn Rossi, der vor dem Rennen nur ganze 10 Punkte vor dem erfahrenen Biaggi lag, wollte ich natürlich wissen, was Valentino Rossi so beliebt macht unter den Motorsportanhängern. Dazu der Fan aus Großholbach: In der Halbliterklasse gab es dann in der Tat das Duell der beiden Italiener, das die Fans elektrisierte, allerdings nur bis zur 13. Runde, als der in Führung liegende Biaggi stürzte und den Konkurrenten kampflos davonziehen lassen musste. Trotz der Freude über den Sieg ihres Lieblings Rossi hätten sich die Fans sicher gewünscht, wenn das Rennen bis zur letzten, 22. Runde spannend geblieben wäre.

Umso spannender ging es aber in der kleinsten, der Achtelliterklasse zu, in der auch die Tschechen Smrz und Hules mit den Plätzen 6 und 7 zu überzeugen wussten. Das Rennen seines Lebens aber machte der Sachse Steve Jenkner, der erstmals in seiner Karriere bei einem WM-Lauf in Führung lag und am Ende sehr guter Dritter wurde. Nach dem Rennen hatte ich Gelegenheit, mit ihm das folgende Gespräch zu führen: Auf die tolle Atmosphäre von Brünn müssen die Motorsportfans nun leider wieder ein ganzes Jahr warten. Den nächsten Sportreport aber gibt es schon in 14 Tagen.