Staatspräsident Zeman in Krankenhaus eingeliefert

Staatspräsident Miloš Zeman ist am Sonntagmittag in das Zentrale Militärkrankenhaus in Prag eingeliefert worden. Der Grund seien Komplikationen im Zusammenhang mit seinen chronischen Erkrankungen, sagte Krankenhausleiter Miroslav Zavoral bei einer kurzen Pressekonferenz. Die genaue Diagnose dürfe er jedoch nicht nennen, dazu habe er keine Zustimmung, so Zavoral weiter. Kurz bevor der Krankenwagen Zeman in die Klinik nach Prag brachte, hatte sich das Staatsoberhaupt noch mit Premier Andrej Babiš (Partei Ano) getroffen.

Miloš Zeman war bereits im September im Krankenhaus behandelt worden. Dies hat zu Spekulationen geführt, ob das Staatsoberhaupt noch gesundheitlich in der Lage sei, sein Amt auszuüben. Zemans Sprecher wies die Spekulationen damals aber zurück. Mehrere informierte Quellen bezeichneten damals die Probleme Zemans als „Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle“. Angenommen wird, dass dies eine Folge von Leberzirrhose wegen Alkoholmissbrauchs ist.

Zeman kommt eine entscheidende Rolle zu nach den Wahlen zum tschechischen Abgeordnetenhaus, die am Samstag zu Ende gegangen sind. In der Kompetenz des 77-jährigen liegt die Entscheidung, ob er den Spitzenkandidaten des oppositionellen Wahlbündnisses Spolu oder doch noch einmal Babiš mit der Regierungsbildung beauftragt.

Autor: Till Janzer