Systemfehler des Verkehrsministeriums mitschuldig am Zugunglück in Pardubice 2024
Für den tödlichen Zusammenstoß zweier Züge in Pardubice im Juni 2024 trägt neben dem Lokführer offenbar auch das Verkehrsministerium eine Mitschuld. Dies geht aus dem Entwurf des Abschlussberichts der Bahninspektion hervor, wie das Fachportal Zdopravy.cz berichtete.
Demnach war es aufgrund einer Entscheidung des Verkehrsministeriums nicht möglich, das Zugsicherungssystem zu aktivieren, welches die Kollision hätte verhindern können. Das Verkehrsministerium erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur ČTK, dass es den Medienbericht zu einer nicht öffentlichen, unvollständigen Arbeitsversion des Berichts nicht kommentieren werde.
Der schwere Unfall ereignete sich am 5. Juni 2024. Ein Expresszug des privaten Bahnunternehmens RegioJet überfuhr beim Verlassen des Bahnhofs Pardubice ein rotes Signal und stieß frontal mit einem entgegenkommenden Güterzug zusammen. Bei dem Unglück kamen vier Menschen ums Leben, der Sachschaden überstieg 150 Millionen Kronen (rund 6 Millionen Euro). Der Eigentümer von RegioJet, Radim Jančura, hatte bereits im vergangenen Jahr eingeräumt, dass der Fehler beim Lokführer des Expresszuges lag.