Keine Behinderungen mehr für den Bahnverkehr am Ort des Zugunglücks in Tschechien
Mehr als 40 Stunden nach dem Zugunglück im ostböhmischen Pardubice / Pardubitz wurde der Bahnverkehr am Unfallort wieder vollständig möglich gemacht. Seit dem späten Freitagnachmittag bestehen damit keine Behinderungen mehr auf der Strecke zwischen Prag und Mähren respektive Wien und der Slowakei. Dies geht aus Informationen der Schienennetzverwaltung (Správa železnic) hervor. Zuletzt wurde das Wrack eines demolierten Waggons beseitigt.
Am späten Mittwochabend waren ein Personen- und ein Güterzug nahe des Hauptbahnhofes von Pardubice frontal aufeinander gefahren. Vier Menschen starben bei dem Unglück, 27 weitere wurden teils schwer verletzt. Bei den Getöteten handelt es sich laut Informationen vom Donnerstagabend um zwei ukrainische und zwei slowakische Staatsbürgerinnen.
Zum Zugunglück wurde mittlerweile bekannt, dass auf dem Streckenteil zwar das Sicherheitssystem ETCS installiert, aber noch nicht aktiviert ist. Zugleich wurde im Laufe der erst kürzlich beendeten Modernisierung des Hauptbahnhofes von Pardubice das alte tschechische Sicherungssystem deaktiviert. Laut dem Präsidenten des Lokführer-Verbandes (Federace strojvůdců), Jaroslav Vondrovic, hätte das alte System aber den Lokführern die Chance gegeben, ihre Züge noch rechtzeitig zu bremsen und das Unglück zu verhindern.