Bahninspektion: Vor tödlichem Zugunglück überfuhr Lokführer des Regiojets zwei Warnsignale
Die Bahninspektion hat ihre Ermittlungsergebnisse zum tödlichen Zugunglück in Pardubice / Pardubitz veröffentlicht. Demnach hat der Lokführer des Regiojet-Zugs vor dem Zusammenstoß zunächst ein Warnsignal und dann ein Haltesignal überfahren. Zwar habe er dann gebremst, doch für den Lokführer des Güterzugs sei keine Zeit mehr zum Anhalten geblieben, sagte der Generaldirektor der Bahninspektion, Jan Kučera, am Mittwoch gegenüber Journalisten.
Laut dem tschechischen Verband der Lokführer hätte das Unglück verhindert werden können, wenn in Pardubice bereits europäische Zugbeeinflussungssystem ETCS aktiviert gewesen sei. Dieses ist dort nach der Modernisierung des Bahnhofs bereits installiert, soll aber erst im September auch eingeschaltet werden.
Bei dem Unglück vor einer Woche stießen der Personenzug des privaten Bahnbetreibers Regiojet und ein Güterzug mit Chemikalien frontal aufeinander. Vier Reisende starben, 27 weitere wurden teils schwer verletzt.