Tägliche Happenings gegen Kürzungen im Kulturetat
Drei Künstlerinnen haben am Freitag bei einem Straßenauftritt auf dem Malteser Platz im Prager Zentrum das dort angesiedelte Kulturministerium symbolisch in Ministerium für Kulturistik umbenannt. Damit wurde eine Protestaktion namens „Umění trvá“ (Kunst dauert an) begonnen, bei der nun an jedem Wochentag eine Aufführung an diesem Ort stattfinden soll. Die Happenings im Stile der Straßenkunst sollen laut den Organisatoren auf die Unterfinanzierung der Kultur in Tschechien aufmerksam machen sowie auf das Risiko von politischer Einflussnahme auf die künstlerische Freiheit.
Schon am Mittwoch, als im Abgeordnetenhaus der Etat für 2026 verabschiedet wurde, waren auf dem Kleinseitener Platz bereits mehrere Hundert Studenten zusammengekommen, um gegen die Kürzungen im Kulturbereich zu protestieren. Minister Oto Klempíř (Motoristé sobě) hat in diesem Jahr 17,6 Milliarden Kronen (720 Millionen Euro) zur Verfügung, was knapp 1,2 Milliarden Kronen (49 Milliarden Euro) weniger sind, als die Vorgängerregierung noch für das Kulturressort vorgesehen hatte.