Täglicher Nachrichtenüberblick

Bělobrádek: Christdemokraten müssen sich vom Prädikat klerikaler Partei befreien

Die Christdemokraten (KDU-ČSL) müssen sich vom Prädikat einer klerikalen Partei befreien. Die KDU-ČSL solle den Wählern zeigen, dass sie nicht nur eine Partei der Christen für Christen sei. Das sagteder alt-neue KDU-ČSL-Parteivorsitzende, Pavel Bělobrádek, am Sonntag auf dem Parteitag seiner Partei im ostmährischen Zlín. Um die Wahlversprechen der Christdemokraten zu erfüllen, sei es nötig, weiter zu regieren und geschlossene Vereinbarungen einzuhlaten, so der Politiker weiter. Die Partei müsse der Öffentlichkeit zeigen, dass sie sich verändere und dass sie auch die Tschechische Regierung modernisieren wolle. Bělobrádek wurde auf dem Parteitag erwartungsgemäß für weitere zwei Jahre in seiner Funktion als Parteichef bestätigt.

Pfingsttreffen: Seehofer sieht in Tschechien neuen Umgang mit Vertreibung

In Augsburg wurde am Sonntag das 66. Pfingsttreffen der Sudetendeutschen Landsmannschaft mit dem zweiten Tag fortgesetzt. Der Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, Bernd Posselt, sagte bei diesem Anlass, für ihn sei von prinzipieller Bedeutung, ohne Verzierung und offen über die Verbrechen der Vertreibung im Sinne „nie wieder“ zu sprechen. Er schätzte unter anderem die jüngste Geste der mährischen Metropolen Brno / Brünn. Der Stadtrat von Brünn hat vor wenigen Tagen sein Bedauern über den „Todesmarsch von Brünn“ und die Exzesse bei der Vertreibung der deutschen Einwohner vor 70 Jahren geäußert und eine „Deklaration für Versöhnung und eine gemeinsame Zukunft“ verabschiedet. Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer sagte am Sonntag in Auspurg, er sehe in Tschechien einen neuen Umgang mit der Vertreibung der Sudetendeutschen vor 70 Jahren. Dieser Prozess sei unumkehrbar, betonte Seehofer.

Tschechien und Österreich planen grenzüberschreitenden Rettungsdienst

Tschechien und Österreich planen eine engere Zusammenarbeit ihrer Rettungsdienste. Mit dem Entwurf zum geplanten Rahmenvertrag über grenzüberschreitenden Rettungsdienst wird sich die tschechische Regierung am Montag befassen. Danach können Rettungskräfte im Grenzgebiet auch im jeweils anderen Land eingesetzt werden. Künftig soll derjenige Rettungsdienst helfen, der dem Unfallort am nächsten ist. Ein ähnlicher Vertrag zwischen Tschechien und Deutschland wurde 2013 geschlossen.

Gesundheitsminister: Pflege in Tschechien ist billig, hochwertig und effizient

Gesundheitsminister Svatopluk Němeček (Sozialdemokraten) hält die Versorgung im tschechischen Gesundheitswesen für billig, hochwertig und effizient. Er sagte es in einem Diskussionsprogramm des Tschechischen Fernsehens am Sonntag. Němeček wies die Kritik am Gesundheitsressort zurück, die Finanzminister Andrej Babiš (Ano) jüngst geübt hatte. In der Regierungskoalition wird zurzeit über die Höhe der gesetzlichen Krankenversicherung gestritten. Premier Bohuslav Sobotka (Sozialdemokraten) setzt sich dafür ein, die Zahlungen um 904 Kronen (33 Euro) monatlich zu erhöhen. Das würde eine Steigerung der staatlichen Ausgaben in diesem Jahr um 4,5 Milliarden Kronen (164 Millionen Euro) bedeuten. Der Finanzminister ist dagegen. Gesundheitsminister Němeček will in der zweiten Jahreshälfte ein Gesetz über automatische Valorisierung der gesetzlichen Krankenversicherung vorlegen.

Trinkwasser im sechsten Prager Stadtbezirk verseucht

Einwohner im sechsten Prager Stadtbezirk sind von verseuchtem Trinkwasser betroffen. In den Haushalten von etwa 32.000 Einwohnern wurde das Trinkwasser verunreinigt. Etwa 130 Personen mussten in der Nacht und am Sonntag wegen Magen-Darm-Beschwerden medizinisch versorgt werden. Nach ersten Labortesten enthalte das Wasser höchstwahrscheinlich koliforme Bakterien, die zu Durchfall-Erkrankungen führen. Darüber informierte die Chefhygienikerin Prags, Zdeňka Jágrová, am Sonntag. Die endgültigen Ergebnisse sollen am Montag vorliegen. Die Ursache ist noch unklar. Höchstwahrscheinlich kam es während der Bauarbeiten an der Wasserleitung zur Verunreinigung. Es wurde empfohlen, das Wasser aus der Leitung nicht zum Trinken, Zähneputzen und Geschirr waschen zu nutzen.

In Prag beginnt 17. Roma-Festival „Khamoro“

Mit einem Open-Air-Konzert beginnt am Sonntagabend in Prag das bekannteste Roma-Festival des Landes „Khamoro“. Beim 17. Jahrgang stehen in der letzten Mai-Woche Konzerte, Seminare, Tanz- und Filmvorführungen zur Kultur der Roma bevor. Am Eröffnungsabend treten bei der Khamoro-Party am Moldauufer die Bands Terne Čhave und Jan Bendig sowie Mário Bihári und der Rapper Vladimir 518 auf. Im Rahmen des Festivals wird die Ausstellung „Verschwundene Welt – Lety bei Písek“ im Tschechischen Zentrum, die der Geschichte des ehemaligen Konzentrationslagers für Sinti und Roma gewidmet ist. Das Festival findet zum zweiten Mal auch in Plzeň / Pilsen statt, diesmal im Rahmen des Kulturprojekts „Europäische Kulturhauptstadt 2015“.

MTB-Weltcup: Kulhavý holt Gold in Nové Město na Moravě

Der tschechische Biker Jaroslav Kulhavý hat im ersten Rennen des Weltpokals in Nové Město na Moravě Gold geholt. Der Olympia-Sieger setzte sich in seiner Heimat vor dem Schweizer Nino Schurter durch, der in den vergangenen drei Jahren in Nové Město na Moravě triumphierte. Ab der der zweiten Runde war das tschechisch-schweizer Duo vorne alleine. Nach einem packenden Duell kam der Tscheche als erster ins Ziel, 24 Sekunden trennten die Rivalen. Dritter wurde Der Franzose Julien Absalon. Für Kulhavý ist das sein achter Weltcupsieg insgesamt.