Täglicher Nachrichtenüberblick

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Politologen: Senatswahlen sind positives Signal für Regierung

Tschechische Politologen werten den Ausgang der Senatswahlen als positives Signal für die regierende Mitte-Links-Koalition unter Bohuslav Sobotka. In Gesprächen mit der Nachrichtenagentur CTK bezeichneten die Experten übereinstimmend die Christdemokraten (KDU-ČSL) als Wahlsieger. Die Partei hat in fünf Wahlkreisen gewonnen. Die konservative Top 09, die kein Mandat erringen konnte, wird als Verlierer der Teilwahlen für die obere Kammer des Parlaments gesehen.

Der Politologe Miroslav Mareš von der Brünner Masaryk-Universität sprach von einer Wende, weil die Abstimmung über den Senat anders als in Tschechien üblich keine Protestwahl gewesen sei. Die Wähler hätten die Regierung mehrheitlich bestätigt. Tomáš Lebeda von der Palacký-Universität in Olomouc / Olmütz rechnet damit, dass erst die nächsten Wahlen zum Test für die Regierung werden. Jan Hartl von der Agentur STEM konstatierte eine „Wiederbelebung“ der sozialdemokratischen Partei. Die ČSSD von Regierungschef Sobotka musste zwar Verluste hinnehmen, stellt mit 33 Senatoren aber weiterhin die meisten Senatoren.

Zeman zu Senatswahlen: Persönlichkeit entscheidet

Laut Staatspräsident Miloš Zeman war bei den Stichwahlen zum Senat eher die Persönlichkeit der Kandidaten entscheidend, und weniger deren Parteizugehörigkeit. Wie Zeman über seinen Sprecher mitteilen ließ, sei die niedrige Wahlbeteiligung inzwischen bereits die Regel. Wenn der präferierte Kandidat nicht in die Stichwahl komme, hätten die Wähler kein Interesse daran, dem „kleineren Übel“ ihre Stimme zu geben.

Zu den prominenten Kandidaten, die bei den Teilwahlen zum Senat erfolgreich waren, zählen unter anderem der amtierende Minister für Menschenrechte Jiří Dienstbier (ČSSD), der frühere Rektor der Prager Karlsuniversität Václav Hampl (angetreten für KDU-ČSL) und der Glücksspielmilliardär Ivo Valenta („Partei der Privatiers“).

Tschechischer Bergsteiger in den Alpen tödlich verunglückt

Ein tschechischer Bergsteiger ist am Samstag in den Zillertaler Alpen in Österreich tödlich verunglückt. Wie die Nachrichtenagentur APA meldet, ereignete sich der Unfall während des Abstiegs von der Reichenspitze an der Grenze zwischen Tirol und Salzburg.

Der 40-jährige Prager bestieg mit vier Kollegen den 3303 Meter hohen Gipfel der Reichenspitze. Danach trennte er sich von der Gruppe und stieg mit einem Begleiter über die Ostseite des Gipfels ab. Die beiden Bergsteiger versuchten, an den Gletscherrand des Rainbachkees zu gelangen. Dabei riss die Sicherung des 40-Jährigen, er stürzte in die Tiefe und blieb regungslos liegen. Da es in diesem Bereich keinen Handyempfang gab, stieg sein tschechischer Begleiter bis zum Krimmler Tauernhaus ab und verständigte dort die Wirtsleute. Die Notarztmannschaft des Rettungshubschraubers konnte nur mehr den Tod des Pragers feststellen.

Nach Explosion in Munitionslager: Rettungskräfte nähern sich Unglücksherd

Nach der Explosion in einem Munitionslager im mährischen Vlachovice konnten sich Pyrotechniker der Polizei dem Unglücksherd inzwischen auf 300 Meter nähern. Dies teilte am Sonntag ein Polizeisprecher mit. Bei dem Großbrand am vergangenen Donnerstag wurde das Munitionslager komplett zerstört, zwei Männer werden seither vermisst.

Wegen der Gefahr weiterer Explosionen können die Rettungskräfte nur sehr langsam vordringen. Am Ort der Explosionen herrschen immer noch hohe Temperaturen. Bei den Arbeiten werden eine ferngesteuerte Drohne sowie ein gepanzerter Wagen eingesetzt. Für die vermissten Männer im Alter von 56 und 59 Jahren besteht nur noch wenig Hoffnung.

Seltenes Nashorn aus tschechischem Zoo in Kenia gestorben

Eines der letzten nördlichen Breitmaulnashörner, das bis 2009 in einem Zoo in Nordböhmen zu Hause war, ist in einem Reservat in Kenia gestorben. Wie der Zoo in Dvůr Králové nad Labem / Königinhof an der Elbe mitteilte, sei der Nashornbulle namens Suni „vermutlich das letzte fortpflanzungsfähige Tier“ seiner Art gewesen. Der Bulle wurde im Reservat Ol Pejeta in Kenia am Freitag morgen leblos aufgefunden. Vermutlich sei er eines natürlichen Todes gestorben. Nach Angaben des Zoos gibt es nun weltweit nur noch sechs Exemplare des nördlichen Breitmaulnashorns.

Suni war 1980 in Dvůr Králové zur Welt gekommen und damit das erste jemals in Gefangenschaft geborene Breitmaulnashorn. 2009 wurde er gemeinsam mit einem Bullen und zwei weiblichen Tieren nach Kenia gebracht. In der natürlichen Umgebung sollte sich der gestörte Hormonhaushalt der Tiere normalisieren. Die Hoffnung, dass die Breitmaulnashörner dort Nachkommen zeugen würden, erfüllte sich jedoch nicht. Die letzten sechs verbliebenen Tiere, die in dem Reservat in Kenia, in einem Zoo in San Diego (USA) sowie in Dvůr Králové leben, sind nach Angaben von Zoologen zu betagt, um sich auf natürlichem Wege fortzupflanzen. Für eine mögliche künstliche Befruchtung wird im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin Sperma von Suni und weiteren Bullen aufbewahrt.

Statue eines pinkelnden Hundes soll Touristen in böhmisches Dorf locken

Die Gemeinde Kryštofovo Údolí / Christofsgrund in Nordböhmen hat ein neues Wahrzeichen. Mit der Statue eines Straßenköters, der an einen Eckstein pinkelt, möchte Initiator Martin Chaloupka Touristen in das 350-Seelen-Dorf bei Liberec / Reichenberg locken. Wie Chaloupka am Samstag bei der Enthüllung sagte, sei Brüssel bekanntermaßen die europäische Hauptstadt. Kaum jemand wisse jedoch, dass Kryštofovo Údolí das „Hauptdorf“ der EU sei. „Wenn Brüssel einen pinkelnden Jungen hat, weshalb sollten wir keinen pinkelnden Straßenköter haben“, so Chaloupka weiter. Die Wahl des Motivs sei leicht gefallen, denn streunende Hunde seien auf dem Dorf typisch. Modell stand der Hund Bogye, ein Vertreter der „bisher unbekannten Rasse Cink Cink Asi Czech Original“, wie es der Meldung der Presseagentur ČTK heißt. Bogyes Vorfahren seien demnach als Laborhunde tätig gewesen. Die Kunststein-Statue von Bildhauer Aleš John ist 120 Zentimeter hoch, der Wasserzufluss speist sich aus dem Bach Rokytka.

Wegen seiner traditionellen Architektur steht Kryštofovo Údolí seit 2005 unter Denkmalschutz. Martin Chaloupka, der in dem Dorf ein Krippenmuseum betreibt, hat 2008 bereits eine Spieluhr errichtet, die dem Prager Orloj nachempfunden ist. Seither habe sich der jährliche Zustrom an Touristen auf etwa 50.000 erhöht, so Chaloupka.

Tennis: Záhlavová-Strýcová verliert Finale in Luxemburg

Barbora Záhlavová-Strýcová hat das WTA-Finale in Luxemburg verloren. Die an Nummer vier gesetzte Tschechin unterlag am Samstag der Deutschen Annika Beck mit 2:6 und 1:6. Im Doppelfinale des Hallenturniers mussten sich Lucie Hradecká und Barbora Krejčíková der Schweizerin Timea Bacsinszky und der Deutschen Kristina Barrois mit 6:3, 4:6 und 4:10 geschlagen geben.

Das Wetter am Montag, den 20. Oktober: bedeckt und regnerisch, bis 21 Grad

Am Montag ist es in Tschechien überwiegend bedeckt mit Schauern. Nur im Süden des Landes gibt es zunächst noch sonnige Abschnitte, im Tagesverlauf wird es auch dort zunehmend regnerisch. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 15 bis 19 Grad, im Osten werden bis zu 21 Grad Celsius erreicht. In Höhenlagen um 1000 Meter steigt das Thermometer auf 12 Grad Celsius.