Täglicher Nachrichtenüberblick

r_2100x1400_radio_praha.png
0:00
/
0:00

Premier Sobotka: Russland sollte Streitkräfte an Grenze zur Ukraine verringern

Der tschechische Premierminister Bohuslav Sobotka ist am Donnerstag zu einem zweitägigen Besuch Frankreichs in Paris eingetroffen. Am Vormittag traf er zunächst mit dem französischen Staatspräsidenten François Holland zusammen. In ihren Gesprächen spielte die angespannte Situation in der Ostukraine eine tragende Rolle. Russland sollte seine entlang der Grenze zur Ukraine postierten Streitkräfte verringern und so zu einer Entspannung der Situation beitragen, erklärte Sobotka nach dem Treffen vor Journalisten. Seiner Meinung nach seien sich Tschechien und Frankreich darin einig, dass die Eskalation der Spannungen auf die massive Konzentration der russischen Militäreinheiten an der Grenze zur Ukraine zurückzuführen sei. Für weitere Sanktionen gegen Russland habe es indes noch Zeit, so Sobotka.

In der Seine-Metropole wird Sobotka außerdem Gespräche mit seinem französischen Amtskollegen Manuel Valls führen. Hauptthemen neben der Situation in der Ukraine sollen dabei bilaterale Themen wie Handel und Investitionen, aber auch kontinentale Themen wie die Energiesicherheit Europas sein.

Koalition beschließt niedrigere Mehrwertsteuer für Medikamente, Bücher und Babynahrung

Die Koalition in Tschechien hat am Mittwoch eine Senkung der Mehrwertsteuer für einige Waren beschlossen. Ab 2015 sollen demnach Medikamente, Bücher, Windeln und Babyersatznahrung mit dem reduzierten Steuersatz von zehn Prozent belegt werden. Premierminister Bohuslav Sobotka gab dies nach der Sitzung des Koalitionsrates am Mittwochabend bekannt. Das Finanzministerium wurde beauftragt, den Vorschlag in den Haushaltsentwurf für das kommende Jahr einzuarbeiten.

Analysten: Einführung dritter Mehrwertsteuer wird Inflation nur minimal senken

Die eventuelle Einführung des dritten Mehrwertsteuersatzes in Höhe von 10 Prozent wird in Tschechien vermutlich zu einer Reduzierung der Inflationsrate um 0,1 Prozentpunkte führen. Das ist das Ergebnis einer von der Nachrichtenagentur ČTK unter führenden Analysten des Landes durchgeführten Blitzumfrage. Die Umfrage bezog sich auf einen Regierungsbeschluss vom Mittwochabend, nach dem die auf Medikamente, Bücher, Babywindeln und Babyersatznahrung erhobene Mehrwertsteuer ab dem 1. Januar 2015 nur noch zehn Prozent betragen soll.

Die Ökonomen sind der Ansicht, dass es allerdings noch nicht sicher sei, ob sich die niedrigere Mehrwertsteuer auch in den Preisen der steuerbegünstigten Waren niederschlagen werde. Über die Senkung der Mehrwertsteuer für Babywindeln müsse die Prager Regierung zudem noch mit der Europäischen Kommission verhandeln, heißt es.

Minister Chládek: Lehrkräfte sollten Status „Geschützte Person“ erhalten

Der tschechische Bildungsminister Marcel Chládek hat sich dafür ausgesprochen, dass Lehrer und Erzieher den Status einer „geschützten Person“ erhalten sollten. Gleichzeitig sollten Zöglinge, die ihre Ausbilder physisch attackieren, härter bestraft werden als bisher, sagte Chládek am Donnerstag in Prag nach einer Sitzung mit Direktoren von tschechischen Erziehungsanstalten. Der Minister hatte die Direktoren zu der Sitzung geladen, um notwendige Konsequenzen aus einer jüngst passierten Gewalttat zu ziehen. Vor drei Wochen hatte ein 14-jähriger Jugendlicher seinen Erzieher an der Erziehungsanstalt im mährischen Králíky mit einem Schraubenzieher in den Hals gestochen. Der Einstich verfehlte die Schlagader nur um Zentimeter, mit einem ein Jahr älteren Kameraden hat der Schüler zudem eine Erzieherin zusammengetreten.

Im vergangenen Jahr sind beim Bildungsministerium 68 Anzeigen über Angriffe auf Pädagogen und Erzieher eingegangen, in 53 Fällen ermittelt die Polizei. Zur Einführung des Status „Geschützte Person“ für Lehrkräfte sei er durch die Slowakei inspiriert worden, wo eine ähnliche Verordnung bereits gelte. Diese Schutzmaßnahme erfordere jedoch auch die Änderung weiterer Gesetze, so Chládek.

Polizei entdeckt riesiges Drogenlabor zur Crystal-Herstellung bei Karlsbad

Die Polizei hat am Mittwoch im westböhmischen Sadov die größte Drogenküche zur Herstellung von Pervitin (Crystal Meth) im Kreis Karlovy Vary / Karlsbad entdeckt. Ein größeres Labor zur Drogenproduktion habe er noch nie gesehen, sagte der Chef der deutsch-tschechischen Antidrogen-Polizeieinheit Crystal, Miroslav Gonos, gegenüber Journalisten. In dieser Küche war es möglich, bis zu 100 Kilogramm Drogen im Wert von mehreren Millionen Euro herzustellen. An der Enttarnung dieser Einrichtung arbeitete die Polizei ein halbes Jahr, bei ihrem Zugriff am Mittwochabend verhaftete sie drei Personen und stellte mehrere Kilo Crystal sicher.

Laut Gonos hat die Polizei in diesem Jahr schon drei Drogenküchen im Karlsbader Kreis aufgespürt. Die Küche in Sadov aber sei die größte von ihnen. In Deutschland zählt Crystal Meth inzwischen zu den am meisten konsumierten Drogen. Das Methamphetamin führe zudem bei den Konsumenten zu erheblichen körperlichen und psychischen Schäden, sagte der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke, am Donnerstag in Berlin. Deshalb arbeiten seit geraumer Zeit auch tschechische und deutsche Fahnder bei der Suche nach der Wurzel des Übels, den tschechischen Drogenlabors, zusammen.

Benzin in Tschechien gehört zu billigstem Kraftstoff in Europa

Die Benzinpreise in Tschechien sind in der vergangenen Woche leicht gestiegen. Trotz der durchschnittlichen Verteuerung um 15 Heller bei Natural 95 (Super Bleifrei) und um vier Heller bei Diesel gehört der in Tschechien verkaufte Kraftstoff mit zum billigsten in ganz Europa. Das dem so ist, hängt jedoch ursächlich mit der Schwächung des Kronen-Kurses im November vorigen Jahres zusammen, bemerkt der Marketing-Direktor der Kreditkartengesellschaft CCS, Marek Paneš. Vor einem halben Jahr wurde der Kurs der tschechischen Währung um zehn Prozent abgewertet, seitdem wird beispielsweise der Euro zu einem Kurs von zirka 27,5 Tschechischen Kronen gehandelt. Der aktuelle Durchschnittspreis für Super Bleifrei und für Diesel liegt bei knapp 36 Kronen, das entspricht in etwa 1,41 Euro.

Chrudim als „Historische Stadt des Jahres 2013“ ausgezeichnet

Die ostböhmische Stadt Chrudim wurde mit dem tschechischen Titel „Historische Stadt des Jahres 2013“ ausgezeichnet. Den Preis für diese Ehrung nahm der Bürgermeister von Chrudim am Donnerstag auf der Prager Burg entgegen. Chrudim wurde ausgezeichnet für die vorbildliche Pflege ihrer Gedenkstätten und des historischen Kerns der Stadt. An den Preis ist eine Belohnung von einer Million Kronen (ca. 36.400 Euro) für die weitere Instandhaltung der Denkmäler geknüpft.

Chrudim ist bereits die 20. Stadt in Tschechien, die mit diesem Titel geehrt wurde. Die bezaubernde Stadt trägt hierzulande auch den Beinamen „Das Athen Ostböhmens“.

Achtung: Prager Metrolinie A ist über Ostern außer Betrieb!

Wegen notwendiger Reparaturarbeiten wird der Betrieb der Prager Metrolinie A über die Osterfeiertage komplett eingestellt. Der Verkehr auf dieser Trasse wird von Karfreitag (18.4.) 18 Uhr bis zum Morgen des Dienstags nach Ostern (22.4.) unterbrochen. Das gilt für die gesamte Strecke von der Endstation Dejvická im Nordwesten bis zur Endstation Depo Hostivař im Osten der Hauptstadt. Während der Betriebsunterbrechung wird ein Schienenersatzverkehr eingerichtet, teilte der Sprecher der Prager Verkehrsbetriebe mit.

Während der Osterfeiertage werden auf der Linie A die Weichen repariert und Gleisschwellen ausgewechselt. Die letzte derart umfangreiche Sperrung einer Metrostrecke gab es vor zwei Jahren, damals waren rund 50.000 Reisende davon betroffen. Die Linie A ist die kürzeste Trasse der Prager Metro, sie ist grün gekennzeichnet und hat 13 Stationen. Schon im nächsten Jahr aber wird die Linie einige Kilometer und Stationen mehr haben, wenn ihre Verlängerung bis zum Krankenhaus im Stadtteil Motol abgeschlossen ist. Zusammen mit den beiden anderen Linien B und C befördert die Prager Metro täglich rund 1,2 Millionen Menschen. Der erste Verkehrsabschnitt der Metro wurde vor fast 40 Jahren, im Mai 1974 eingeweiht.

Reynek-Ausstellung in Prag eröffnet

Eine umfangreiche Ausstellung mit Werken des Grafikers Bohuslav Reynek ist ab Donnerstag in Prag zu sehen. Die Ausstellung mit dem Titel „Reynek – ein Genie, das vergessen werden sollte“ wird bis Ende Juli in der Waldstein-Reitschule gezeigt. Sie gibt einen Einblick in das Schaffen des im 20. Jahrhundert aktiven Grafikers. In der Reitschule werden auch Werke aus Privatsammlungen gezeigt, die in der Öffentlichkeit bisher noch nicht zu sehen waren.

Umfrage: Tscheche Maslák zu Europas Leichtathlet im Monat März gekürt

Der tschechische Hallen-Weltmeister über 400 Meter Pavel Maslák ist zum europäischen Leichtathleten des Monats März gekürt worden. Bei der Hallen-WM Anfang März im polnischen Sopot hatte der 23-jährige Athlet aus Havířov das Rennen über die lange Sprintstrecke in der neuen tschechischen Rekordzeit von 45,24 Sekunden gewonnen. In der ewigen Bestenliste der europäischen Laufleistungen in der Halle liegt Maslák damit auf dem zweiten Platz. Im Februar war er ebenfalls schon auf den zweiten Rang in der Umfrage der Europäischen Leichtathletik-Assoziation (EAA) eingestuft worden.

Das Wetter am Karfreitag: bewölkt, Regen oder Schnee, bis 17 Grad

Am Karfreitag ist es in Tschechien bewölkt bis bedeckt, von Nordwesten her gelegentlich Regen, der in Höhenlagen über 900 Meter in Schneefall übergeht. Im Westen vereinzelt auch Gewitter. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 7 bis 12 Grad in Böhmen und zwischen 12 und 17 Grad Celsius in Mähren. In Höhenlagen ab 1000 Meter erreichen die Höchstwerte maximal 2 Grad, im Altvatergebirge und in den Beskiden allerdings sind bis zu 8 Grad Celsius möglich.