Tschechiens Präsident Pavel: Vatikan ist bereit, erneut über Staatsvertrag zu verhandeln

Der Vatikan ist bereit, über zwei problematische Punkte im bilateralen Staatsvertrag mit Tschechien zu sprechen, wegen derer das Dokument bisher nicht ratifiziert worden ist. Darüber informierte Tschechiens Präsident Petr Pavel am Mittwoch am Rande seines Besuches im Kreis Pardubice. Optimistisch hinsichtlich erneuter Verhandlungen ist laut Pavel auch Jude Thaddeus Okolo, der ehemalige Apostolische Nuntius in Tschechien.

Tschechien ist eines der letzten EU-Länder, das noch keinen Staatsvertrag mit dem Heiligen Stuhl hat. Ändern sollte dies der Vertrag, der von der Regierung unter Petr Fiala (Bürgerdemokraten) und dem Vatikan unterschrieben wurde. Das Verfassungsgericht schob der Ratifizierung Anfang April aber vorerst den Riegel vor. Die Richter kritisierten zum einen die Ausführungen zum Beichtgeheimnis, das laut dem Vertrag für die katholische Kirche uneingeschränkt gelten würde. Außerdem wurden Passagen bemängelt, durch welche künftig der Zugang zu kirchlichen Archiven eingeschränkt werden würde.