Tschechische Autorin Denemarková kritisiert auf der Frankfurter Buchmesse den Kulturminister
Die tschechische Schriftstellerin Radka Denemarková hat am Dienstag eine Rede bei der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse gehalten. Sie sagte, dass Kulturminister, die die Kultur zerstören, kommen und gehen, aber die Literatur bleibe. Die Schriftstellerin sprach kurz nach den Ansprachen des tschechischen Kulturministers Oto Klempíř (Motoristé sobě) und des deutschen Staatsministers beim Bundeskanzler und Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Wolfram Weimer (parteilos). Klempířs Rede wurde durch kritische Rufe, Buhrufe und Pfiffe unterbrochen. Denemarková, die deutsch sprach, erntete für die Kritik einen stürmischen Beifall.
In ihrer Ansprache kritisierte die Autorin unter anderem die Tatsache, dass in der tschechischen Regierung „zwei ehemalige Mitarbeiter der kommunistischen Staatssicherheit“ sind. Klempíř hatte vor Jahren gegenüber dem Magazin Reflex gestanden, dass er die Zusammenarbeit mit dem kommunistischen Geheimdienst unterschrieben hatte. Dokumenten des slowakischen Instituts des Gedächtnisses der Nation (ÚPN) zufolge war Premier Andrej Babiš (Partei Ano) seit 1982 Agent der kommunistischen Staatssicherheit (StB). Laut Denemarková wird die Demokratie derzeit auf „Business und ökonomischen Pragmatismus“ reduziert.