Tschechische Soldaten für Friedensmission in Mazedonien gewappnet

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Der Balkan war und ist ein heißes Pflaster. Gegenwärtig mehr denn je. Dafür sprechen die Kriege der letzten Jahre und die von der NATO entsandten Truppen zur Durchsetzung einer Friedensmission in Bosnien-Herzegowina und im Kosovo. Und es sieht ganz so aus, als wenn in Mazedonien eine weitere hinzukommt. Bei dieser Mission würden auch wieder tschechische Soldaten im Einsatz sein. Zu welchem Zweck, das verrät Ihnen Lothar Martin.

Am Montag wurde in Skopje eine Friedensvereinbarung zwischen der mazedonischen und albanischen Seite unterzeichnet. Die Vereinbarung soll den schon ein halbes Jahr andauernden bewaffneten Aufstand der Albaner in der mazedonischen Grenzregion beenden. Bestandteil der Vereinbarung ist, dass die Albaner ihre Waffen niederlegen und abgeben - an die Einheiten einer geplanten, neuen Friedensmission der NATO. Wenn diese Bedingung erfüllt wird, sollte einer solchen Friedensmission nichts mehr im Weg stehen. Und auch nicht dem Einsatz einer tschechischen Einheit, der bei der Durchführung der geplanten NATO-Operation Essential Harvest (Grundernte) eine ganz besondere Rolle zukommen würde: sie hat den Schutz des Oberkommandos dieser Friedensmission zu gewährleisten.

"Dies ist eine sehr wichtige Aufgabe, eine Prestigeangelegenheit, die wirklich nur den Besten der Besten angetragen wird. Das ist in gewisser Hinsicht eine Belohnung," erklärte der Befehlshaber des Generalstabes der Tschechischen Armee, Jirí Sedivý, dazu am Dienstag im Tschechischen Rundfunk. Laut Sedivy werden bis zu 120 Soldaten einer Spezialeinheit aus Chrudim für diese Aufgabe abgestellt. Sie werden dabei die Einrichtungen und das Hinterland der tschechischen Einheit nutzen, die zur KFOR-Mission im Kosovo im Einsatz ist. Sollte der Einsatzbefehl erfolgen, wird die Kompanie aus Chrudim innerhalb von fünf Tagen in der mazedonischen Hauptstadt Skopje eintreffen, äußerte Sedivý. Alles hänge nur noch davon ab, wie sich die NATO bezüglich einer Friedensmission in Mazedonien entscheiden werde. Diese Entscheidung sollte NATO-Quellen zufolge bis Ende dieser Woche fallen.