Verkehrsminister Schling in Hamburg

Der tschechische Verkehrsminister Schling bricht Mitte der kommenden Woche auf zu einer besonderen Mission: In Hamburg trifft er mit den Spitzen von Land, Stadt und Senat zusammen. Ein Auslandsbesuch ist es jedoch nur bedingt. Denn ein Teil der Beratungen findet auf tschechischem Territorium statt - mitten in der altehrwürdigen Hansestadt. Mehr dazu von Jürgen Webermann.

Bei seiner Visite in Hamburg wird Verkehrsminister Jaromir Schling nicht nur Rathaus, Airbus-Werke oder Landungsbrücken kennenlernen. Prager Ufer und Moldauhafen heißen zwei weitere Stationen des hochrangigen tschechischen Politikers. Und zumindest während dieser Zeit kann von einem Auslandsbesuch nicht gesprochen werden, denn das rund 40.000 Quadratmeter umfassende Areal mitten im Hamburger Hafen ist tschechisches Hoheitsgebiet. Seit Mitte der zwanziger Jahre legen hier vor allem Lastkähne an, die Moldau und Elbe bis hierher geschippert sind und ihre Waren weiter verteilen auf die großen Hochseefrachter. Da sich jedoch Zeiten und Anforderungen auch in der Schifffahrt ändern, müssen die Tschechen in die Zukunft schauen und schon einmal überlegen, wie sich ihr Hochsee-Hafen weiterentwickeln soll - meint zumindest der Repräsentant des Hamburger Hafens in Prag, Bohumir Prusa:

So sollen die tschechischen Gebiete in die Umstrukturierung eines Teils des Gesamt-Hafens einbezogen werden. Doch geht es auch um eine effektivere Ausnutzung der Handelsmöglichkeiten. Denn Laut Prusa, dem Vertreter Hamburgs in Prag, sind die Flächen, wegen Bestimmungen des Versailler Vertrages von 1919 überhaupt unter tschechischer Flagge, auch jetzt noch lukrativ:

Denn der Hamburger Hafen ist durch seine natürliche Verbindung via Elbe und Moldau für Tschechien ein wichtigers Tor zur Welt. Jedoch müssen sich die Politiker schon einmal Gedanken machen, ob das Areal überhaupt tschechisch bleiben soll. Denn der Mietvertrag zwischen dem Land Hamburg und der Tschechischen Republik läuft im Jahr 2024 aus. Auf 99 Jahre hatte die damalige Tschechoslowakei im Jahre 1925 Flächen in Hamburg gemietet, damit der junge Staat nicht vom Welthandel abgeschnitten ist. Nach dem Beitritt zur EU, wenn die Zollschranken wegfallen, ist jedoch eine Hoheitsfläche überflüssig. Deshalb wird nicht damit gerechnet, dass Tschechien auf eine Verlängerung des Mietvertrages pochen wird. Vielleicht wird Schling den Hamburgern dieses bereits kommende Woche signalisieren.

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Autor: Jürgen Webermann
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