Zentralbank hat nach drei Monaten gegen die Währungsstärkung eingegriffen

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Sollte der normale Bürger hören, dass die Währung steigt, würde er es als eine positive Nachricht betrachten. Für Leute, die einen Urlaub im Ausland planen, stimmt es auch so. Vielen tschechischen Firmen, insbesondere den Exporteuren von Textil-, Kleider- und Schuhwaren sowie Maschinenindustrieprodukten kann die stärke Krone jedoch große Finanzprobleme bringen. Einige von ihnen mussten bereits ihre Produktion reduzieren und Mitarbeiter entlassen. Markéta Maurová berichtet.

Die tschechische Krone hat am Donnerstag ihre seit Wochen andauernde Stärkung fortgesetzt und den Kurs von 30,20 Kronen für einen Euro, d.h. einen neuen Rekord erreicht. Die tschechische Zentralbank entschloss sich daher zum Eingriff, und zwar nach etwa zehn Wochen. Zum letzten Mal intervenierte sie auf Kosten der Krone Mitte Januar. So wie damals, begann die Bank auch nun Euro zu kaufen und Kronen zu verkaufen. Durch den Ankauf von etwa 300 Millionen Euro gelang es ihr, den Kurs bis auf 30,90 für einen Euro zu bringen; am Abend stieg die Krone jedoch schon wieder auf 30,70 pro einen Euro, wo sie sich stabilisierte. Inwieweit wirkungsvoll die Intervention auf dem Devisenmarkt sein wird, zeigen die nächsten Tage. Der Devisenhändler der Tschechoslowakischen Handelsbank CSOB, Jan Bohac, sagte dazu dem Tschechischen Rundfunk:

"Wir werden in der nächsten Woche sehen, ob sie diese Werte behalten wird. Allerdings würde ich den Eingriff der Zentralbank als richtig betrachten. Es kam dazu, das die Tschechische Nationalbank die für die Wirtschaft ungünstige Entwicklung umkehrte, bei der die Krone übermäßig gestiegen ist." Sollte die Zentralbank ihre Eingriffe jedoch nicht wiederholen, wird die Währung die Grenze von 30 Kronen pro Euro durchbrechen, einigen sich die meisten Wirtschaftsanalytiker. Einige Experten äußern auch die Meinung, dass die Regierung die Bank im Kampf gegen die starke Währung unterstützen sollte. Laut dem Hauptökonom der Tschechischen Sparkasse /Ceska sporitelna/, Pavel Kysilka, ist es jedoch vor den Wahlen kaum zu erwarten:

"Die starke Währung wird oft als ein Argument dafür genutzt, dass es der Regierung in der Wirtschaftspolitik gut gediehen ist. Einige Kommentare zur letzen Intervention seitens des Finanzministers stellten das Streben der Zentralbank nach der Bremsung der Währungsstärkung ziemlich stark bloß. Ich wünsche also der Zentralbank, dass es sich diesmal nicht wiederholt."