1988 zum Tode verurteilter Tscheche soll nach 38 Jahren aus der Haft entlassen werden

Das Bezirksgericht im nordböhmischen Most hat sich am Freitag dafür ausgesprochen, den zweifachen Mörder Zdeněk Navrátil, der früher den Nachnamen Vocásek trug, aus der Haft zu entlassen. Die Richter legten eine Probezeit von sieben Jahren fest.

Navrátil, dessen Taten besonders brutal abgelaufen sein sollen, sitzt seit 38 Jahren im Gefängnis und ist damit der am längsten inhaftierte Tscheche. Im September 1988 wurde er in der Tschechoslowakei zum Tode verurteilt. Nach der Samtenen Revolution von 1989 wurde das Urteil in eine lebenslängliche Haftstrafe umgewandelt.

Der Straftäter hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach um Freilassung ersucht. Das Urteil sieht nun vor, dass er zunächst in einem Bewährungshaus leben und die gesamte Probezeit über seinen Dauerwohnsitz in Tschechien haben muss. Allerdings legte die Staatsanwaltschaft Beschwerde ein. Mit der Freilassung des Mannes muss sich deshalb nun das Kreisgericht in Ústí nad Labem befassen.