51 Milliarden jährlich für Glücksspiele

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51 Milliarden Kronen haben Tschechinnen und Tschechen im vergangenen Jahr für Glücksspiele eingesetzt. Zur Mehrheit fiel das Geld in Spielautomaten, ein kleinerer Teil der Summe wurde für Lotterien und Wetten eingesetzt. Mehr dazu von Rudi Hermann im folgenden Beitrag.

51 Milliarden Kronen ist eine stolze Summe. Diesen Gesamtbetrag haben im vergangenen Jahr die Tschechinnen und Tschechen für Glücksspiele, Lotterien und in Wettbüros eingesetzt. Das macht bei einer Bevölkerung von rund 10 Millionen etwa 5000 Kronen pro Person, Säuglinge und Kleinkinder mit eingerechnet. Ein stolzer Betrag, wenn man bedenkt, dass dies fast einem halben durchschnittlichen Monatslohn entspricht und man für 5000 Kronen mit einem günstigeren Reisebüro auch eine Woche Ferien am Meer machen kann.

Der grösste Teil dieses Geldes fand seinen Weg in Spielautomaten. Von diesen weiss man zwar, dass die Wahrscheinlichkeit eines Gewinns knapp unter 50 % liegt - denn sonst würde ja niemand ein solches Geschäft betreiben - doch glaubt wohl jeder, das Pech bleibe am Spieler des Nachbarautomaten hängen. Die Gewinne aus dem Spielautomatengeschäft und dem Betrieb von Spielcasinos, die mit 60 respektive 20 Prozent Anteil schon allein vier Fünftel des Marktes abdecken, dürften wohl dafür verantwortlich sein, dass die Quote der ausbezahlten Prämien für den gesamten Glücksspielsektor nur bei 71 % der eingenommenen Gelder liegt. Denn Wettbüros, auf die rund 8 % Marktanteil entfallen, müssen bedeutend härteren Boden beackern. Zwar handelt es sich hier um eine Branche mit rasantem Wachstum, wenn man die letztjährigen Umsätze und die diesjährigen Umsatzerwartungen ansieht. 1999 verzeichnete der Branchenführer Fortuna einen Umsatz von 4 Milliarden Kronen, heuer sollen es deren 6 sein. Tipsport, mit einem Marktanteil von 40 % Fortuna beim Wettgeschäft dicht auf den Fersen, erwartet gar eine Umsatzsteigerung um 72 %.

Auf die Gewinne dürften sich Wachstumszahlen dieser Kategorie allerdings nicht wesentlich niederschlagen, meinte Michal Horacek, Vorstandsvorsitzender bei Fortuna, gegenüber der Wirtschaftszeitung Hospodarske noviny. Denn die starke Konkurrenz im Sektor drücke die Margen nach unten. Und manchmal müssen die Wettbüros sogar mehr auszahlen, als sie eingenommen haben. Denn im Gegensatz zu Spielautomaten, Casinos und Lotterien ist bei Sport- und anderen Wetten auch das Wissen der Spieler ein Faktor. Wer seine Wette auf der Grundlage eines fundierten Wissens abschliesse, könne den Faktor Glück zurückdrängen. Deshalb ist die Attraktivität dieser Art des Glücksspiels steigend. Die Agentur Ultex ermittelte, dass rund 7 % der über 18-jährigen Bevölkerung, also knapp 600 000 Menschen, wenigstens ab und zu eine Wette abschliessen. Betrachtet man nur die männliche Bevölkerung, liegt der Anteil der Gelegenheitsspieler gar bei 13 %. Prominente Fussball- und Eishockeywettbewerbe gehören hierzulande zu den beliebtesten Sportarten und Anlässen, zu denen Wetten abgeschlossen werden.

Autor: Rudi Hermann
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