Am 6. Januar wird von der katholischen Charitas eine Spendensammlung organisiert

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Weihnachten, Silvester und Neujahr liegen hinter uns, damit sind die Feiertage vorbei. Naja, fast vorbei. Einer erwartet ja uns noch. Und zwar am 6. Januar die Heiligen Drei Könige.

In Tschechien will man dieser Tage an alte Traditionen anknüpfen, welche während des Sozialismus hierzulande unterbrochen wurden. Gemeint ist das Von-Haus-zu-Haus-Gehen, Singen und Sammeln. Etliche Kinder werden sich wieder in vielen tschechischen Städten als Kasper, Melchior und Balthasar verkleiden und ihre Pilgerschaft von Tür zu Tür antreten. Dabei ist das gesammelte Geld nicht immer für das eigene Sparschwein bestimmt, sondern oft für einen guten Zweck. An der Sammelaktion ist die katholische Charitas in Tschechien beteiligt. Haben die drei Könige aus dem Morgenland brav ihre Lieder gesungen, zeigen sie einen Stempel und eine Unterschrift der Gemeindebehörde und der tschechischen Charitas vor, als Beweis dafür, dass sie das Geld nicht doch in die eigene Tasche stecken. Jenes Geld kommt Senioren, Obdachlosen und alleinerziehenden Müttern in der Not zu.

In der Diözese von Olomouc (Olmütz) hat man vergangenes Jahr über acht Millionen Kronen eingenommen. Eine Mitarbeiterin der katholischen Charitas im westböhmischen Plzen (Pilsen) sagte, dies sei nicht einfach nur eine gute Tat für die Mitmenschen, die Kinder bekämen durch die Aktion auch ein gewisses soziales Gefühl. Dabei gibt es in manchen Städten Tschechiens auch etwas Besonderes: Wie etwa in Marianske Lazne (Marienbad), dort verkleiden sich meist nur dunkelhäutige Kinder als Kasper, Melchior und Balthasar.