Aufhebung mehrjähriger Gymnasien?

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Eine der ersten Neuigkeiten, die kurz nach der politischen Wende 1989 im Schulwesen eingeführt wurden, war die Entstehung von mehrjährigen Gymnasien. Diese ermöglichten den begabten Kindern, schon nach der 5. bzw. 7. Klasse die Grundschule zu verlassen und an einem acht- bzw. sechsjährigen Gymnasium zu studieren. Gerade dieses System will der sozialdemokratische Schulminister Eduard Zeman nun aufheben. Er sei überzeugt, dass die vorzeitige Selektion der Schüler schlecht sei. Dadurch, dass sie die Elite in einen Typ der Schulen ableite, würden andere Typen der Schulen vernachlässigt, argumentiert Zeman. Er will - wie er sagte, im Einklang mit Erfahrungen im Ausland - die schrittweise Schließung von mehrjährigen Gymnasien und die Differenzierung der Schüller erst nach dem 15. Lebensjahr durchsetzten. Ob es ihm gelingt, ist eine offene Frage. Im Parlament stieß nämlich das Vorhaben, von dem die Abgeordneten vorher nicht informiert worden waren, auf eine ablehnende Reaktion. Der Vorsitzende des Schulausschusses des Abgeordnetenhauses, Petr Mares von der Freiheitsunion, äußerte sogar die Meinung, dass Eduard Zeman einen Rücktritt erwägen solle, und zwar nicht nur wegen des letzten Vorschlags, sondern wegen einer ganzen Reihe von Problemen im Schulwesen.