Aus nach dem Viertelfinale: Tschechien landet bei Eishockey-WM nur auf dem sechsten Platz
Die tschechische Nationalmannschaft ist bei der Eishockey-Weltmeisterschaft aus dem Turnier geflogen. Im Viertelfinale unterlag sie den deutlich stärkeren Schweden und muss sich nun mit dem sechsten Platz begnügen.
Im letzten Jahr war der tschechischen Eishockey-Nationalmannschaft noch der ganz große Coup gelungen. Bei der WM im eigenen Land konnte sie Gold holen. Bei der diesjährigen Weltmeisterschaft gab es zunächst auch nur Siege. Im letzten Spiel der Gruppenphase verloren die Tschechen aber gegen die USA, weshalb der Gegner im Viertelfinale am Donnerstag nun Gastgeber Schweden war. 2:5, so hieß schließlich der – aus hiesiger Sicht – traurige Endstand der Begegnung.
Spielentscheidend war vor allem das erste Drittel, das die Schweden mit drei Treffern völlig dominierten. Das erste Tor schossen die Tschechen dann im zweiten Drittel, und das sei zu spät gewesen, findet Kapitän Roman Červenka.
„Das erste Drittel hat die Richtung des Spiels vorgegeben. Wenn man jemanden wie die starken Schweden zuhause besiegen will, darf man sich keine Fehler erlauben. Denn diese Kleinigkeiten sind am Ende entscheidend.“
Auch Lukáš Sedlák, der auf der Position des Centers spielt, machte für das Scheitern unnötige Fehler der tschechischen Mannschaft verantwortlich:
„Ich glaube, drei der fünf Gegentore sind gefallen, nachdem wir den Puck verloren haben und es zu einem Konter kam. Das kann man sich mit so einem Gegner in so einem Spiel nicht erlauben.“
Doch es waren nicht nur die Fehler auf der tschechischen Seite, die zum Sieg des Gegners führten, sondern schlichtweg auch die Stärke der Schweden. Denn verletzungsbedingt waren einige tschechische Hoffnungsträger ausgefallen, oder sie wurden von ihren Vereinen nicht freigegeben. Dies merkte im Rückblick auf das gesamte Turnier dann auch Trainer Radim Rulík an.
„Wir haben gegen Teams verloren, deren Spieler fast komplett aus der NHL stammen. Das traf auch auf Schweden zu. Solche Kaliber haben wir zwar auch, aber das betrifft nicht auf unsere ganze Mannschaft.“
Zugleich betonte der Trainer, dass seine Schützlinge getan hätten, was sie konnten.
Rulíks Vertrag läuft dieses Jahr aus. Kaum jemand zweifelt jedoch gerade daran, dass er verlängert wird. Denn trotz dem Misserfolg attestieren Beobachter Rulík weiterhin eine gewisse Stärke und gehen davon aus, dass er die tschechische Eishockey-Nationalmannschaft auch bei der Weltmeisterschaft im kommenden Jahr sowie bei den Olympischen Spielen in Turin anführt.
Bleibt die Frage, wer bei der diesjährigen WM das Rennen macht. Die USA konnten zuletzt Finnland aus dem Turnier werfen. Und Co-Gastgeber Dänemark hat im parallel stattfindenden zweiten Viertelfinale am Donnerstagabend überraschend Rekordweltmeister Kanada besiegt, was einer Sensation gleicht. Ambitionen auf einen Einzug ins Finale in Stockholm wird wohl aber auch Schweden haben. Und so ein Weltmeistertitel im eigenen Land ist schon eine feine Sache, das wissen die Tschechen ja aus eigener Erfahrung.







