Ausstellung über nationale Minderheiten in Brno

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In der mährischen Metropole Brno/Brünn leben etwa 250 verschiedene Nationalitäten. Diese Feststellung hat Mitglieder der Organisation "Jugend für multikulturelle Verständigung" bewogen, eine Ausstellung über das Leben dieser Völker zu veranstalten. Markéta Maurová weiß mehr.

Die Organisation "Jugend für multikulturelle Verständigung" ist eine NGO. Sie machte vor einem Jahr auf sich aufmerksam, als sie den Brünner Stadtrat aufforderte, sich für die Vertreibung der Deutschen aus Brünn nach dem 2. Weltkrieg zu entschuldigen. Der Stadtrat bildete daraufhin eine Expertenkommission und soll dieser Tage seinen offiziellen Standpunkt zu der Aufforderung der Organisation veröffentlichen. Bei der neuen Initiative der "Jugend für multikulturelle Verständigung" geht es nicht nur um die deutsche Minderheit, die in der mährischen Hauptstadt lebte. Ein Mitglied der Organisation, Ivo Liska, dazu:

"Wir haben eine kleine Untersuchung gemacht und festgestellt, dass in Brünn offiziell etwa 250 verschiedene Nationalitäten leben. Es sind wohl auch Einzelpersonen, aber zehn Nationalitäten sind als nationale Minderheiten registriert."

Die Geschichte dieser nationalen Minderheiten ist sehr reich. Einige davon, wie Juden und Deutsche, kamen bereits vor vielen Jahrhunderten hier an. Es gibt aber auch Völker, die erst im 20. Jahrhundert gekommen sind. Es lebt dort eine große griechische Minderheit, die nach dem 2. Weltkrieg in Brünn eine neue Heimat gefunden hat. Man findet in der mährischen Metropole aber auch Armenier, Ungaren, Bulgaren, Polen und andere Nationalitäten.

Um diese Minderheiten, ihre Geschichte und ihr derzeitiges Leben vorzustellen, wurde eine Ausstellung in der Mährischen Galerie vorbereitet, die noch etwa zwei Wochen zu sehen ist. Dazu gehört auch ein multikulturelles Festival, das an diesem Donnerstag, dem 3. Mai, veranstaltet wird. Über sein Programm spricht Ivo Liska von der NGO "Jugend für multikulturelle Verständigung":

"Im Rahmen des Festivals werden mehrere sozusagen folkloristisch-ethnische Gruppen und eine Rockband auftreten: Zwei Roma-Gruppen - "Gulo Tschar" und "Loli ruza" -, weiter zwei Frauen, die in Brünn Violoncello-Spiel studieren und ihre eigene Musik spielen, die von polnischen Volksliedern inspiriert ist. Es stellen sich auch die tschechisch-österreichische Rockband "Bu" und das griechische Tanzensemble "Prometheus" vor. Also, das Programm ist meiner Meinung nach sehr bunt. Und dazu gehört auch die Vorstellung von traditionellen Gerichten der einzelnen nationalen Minderheiten. Die Besucher können griechische Fleischbällchen, jüdische Kuchen usw. kosten. Ich möchte also am Donnerstag alle nach Brünn einladen."