Bruttoinlandsprodukt 2000 stieg um 3,1 Prozent

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Steht der tschechischen Wirtschaft ein unerwarteter Aufschwung und das Ende der Rezession bevor? Die letzen statistischen Daten kündigen eine solche Entwicklung an. Mehr dazu von Marketa Maurova.

Das Tschechische Statistische Amt hat am Donnerstag erfreuliche Angaben veröffentlicht. Das Bruttoinlandsprodukt ist im Jahre 2000 um 3,1 Prozent gestiegen und hat damit alle Erwartungen übertroffen. Ökonomen und Politiker haben diese Nachricht begrüßt und als Beweis dafür interpretiert, dass die Rezession in Tschechien zu Ende ist. Einige Analytiker stellen dies jedoch in Zweifel und weisen auf die ungünstige Struktur des Wirtschaftswachstums hin. Eine Schattenseite des hohen Bruttoinlandsprodukts sehen sie in den hohen Warenvorräten und vor allem in der Tatsache, dass der Verbrauch der Haushalte deutlich abgenommen hat. Was hat also die Steigerung des Bruttoinlandsproduktes verursacht? Wirtschaftsexperten führen sie vor allem auf den Anstieg der Auslandsinvestitionen zurück. Daran könnten aber kleinere tschechische Firmen leiden, warnte u.a. der Chef des Abgeordnetenhauses, Vaclav Klaus. Auch der Direktor des Liberalen Instituts, Miroslav Sevcik ist der Meinung, dass der Staat kleine und mittlere Unternehmen unterstützen solle:

"Wir müssen die Wirtschaft vor allem von der Bürokratie befreien, eine radikale Steuerreform einführen und eine Rentenreform vorbereiten. Und wir sollten Bürger und Unternehmer in höherem Maße motivieren, sich der unternehmerischen Tätigkeit zu widmen, anstatt ihnen Knüppel zwischen die Beine zu werfen."

Premier Milos Zeman betrachtet die Wirtschaftsergebnisse des letzten Jahres als einen klaren Erfolg seiner Regierung. Der Kabinettschef, der derzeit an Krücken geht, freut sich, dass es der tschechischen Wirtschaft nicht ähnlich geht.

"Die tschechische Wirtschaft braucht dank meiner weisen Regierung keine Krücken."