Den Regime-Verboten getrotzt: Zum 100. Geburtstag des Malers Mikuláš Medek

Mikuláš Medek und Jan Koblasa

Am 3. November jährt sich der Geburtstag des Malers Mikuláš Medek zum 100. Mal. Eine Ausstellung und die erste Werksmonographie feiern das Jubiläum.

Foto: Kampa-Museum

Im Sommer 1963 spielte sich im nordböhmischen Teplice etwas ab, was in der kommunistischen Tschechoslowakei lange nicht denkbar war. Der Maler Mikuláš Medek und der Bildhauer Jan Koblasa präsentierten ihre abstrakte Kunst in einer offiziellen Ausstellung. Die Zeit der politischen Lockerungen hielt jedoch nicht lange an. Die Werke wurden zumeist abgelehnt, weil sie als krasser Gegensatz zu den Anforderungen des sozialistischen Realismus galten.

Foto: Kampa-Museum

Eine Reihe der Exponate aus Teplice sind derzeit im Kampa-Museum in Prag zu sehen. Die Ausstellung „Zákazu navzdory“ (Dem Verbot zum Trotz) verweist auf den 100. Geburtstag von Mikuláš Medek, der 1926 in Prag zur Welt kam. Er war der Enkel des Malers Antonín Slvíček und der Sohn des Schriftstellers und Legionärs Rudolf Medek. Sein Bruder, Ivan Medek, sollte nach 1989 Leiter der Präsidialkanzlei von Václav Havel werden.

Mikuláš Medek | Foto: Tschechisches Fernsehen

Während seines recht kurzen Lebens schuf Mikuláš Medek einen Bilderopus, der von surrealistischen Einflüssen über existenzialistische Merkmale bis hin zu informeller Malerei reicht. In späteren Jahren neigte Medek zu figuralen und religiösen Motiven. Heute gilt er als einer der wichtigsten tschechischen Künstler des 20. Jahrhunderts, zu Lebzeiten wurde ihm diese Anerkennung aber nicht zuteil. In Prag durfte er nur zweimal eine eigene Ausstellung organisieren.

Foto: Kampa-Museum

Eine wichtige Rolle für die unabhängige Kunst der Tschechoslowakei spielte aber Medeks Atelier. Es wurde zu einem Treffpunkt für bildende Künstler, Schriftsteller, Fotografen und Kunsthistoriker. Als Medek am 23. August 1974 starb, war er eher ein Geheimtipp für Szeneninsider, als ein Vertreter der Mainstream-Kunst.

Foto: Kampa-Museum

Heute gehören Medeks Bilder aber zu den wichtigsten tschechischen Sammlungen und werden auch im Ausland gezeigt. Anlässlich des 100. Geburtstages stellt der Emila-und-Mikuláš-Medek-Stiftungsfonds die erste komplexe Monographie und Übersicht seines Werkes zusammen.

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