Dreifach-Olympiasieger Jan Zelezný nun auch dreifacher Weltmeister

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Von Lothar Martin.

Auf die tschechischen Super-Leichtathleten der Gegenwart ist Verlass! Nach Zehnkämpfer Tomás Dvorák, der zum dritten Mal in Folge Weltmeister wurde, gelang bei der 8. Leichtathletik-WM in Edmonton auch Speeerwerfer Jan Zelezný der Titel-Hattrick. Dadurch landet die Tschechische Republik in der Medaillenwertung mit 2x Gold auf Rang 10 und in der Punktewertung - dank der Finalplatzierungen von fünf weiteren Athleten - auf dem 20. Platz.

Jan Zelezný ist ein Phänomen. Je oller, desto doller - diese abgedroschene Weisheit trifft auf ihn 100-prozentig zu. In Edmonton schockte er die Konkurrenz bereits mit der neuen WM-Bestweite von 90,76 Meter in der Qualifikation. Und als ihm der Finne Parviainen im Finalwettkampf gleich zu Beginn mit 91,31 Meter den Fehdehandschuh hinwarf, konterte der 35-jährige aus Mladá Boleslav im zweiten Versuch mit der neuen Weltjahresbestweite von 92,80 Meter, die natürlich erneut WM-Bestweite bedeutete. Das war zuviel für seine Gegner, die außer Parviainen noch nie in ihrer Karriere so weit geworfen hatten. Zelezný selbst aber schon fünfmal weiter. Doch das war noch kein Grund für den Speerwurfprimus, um vollends zufrieden zu sein. Hören Sie selbst, was er dem Tschechischen Rundfunk nach dem Wettkampf sagte: "Um die Wahrheit zu sagen, ich bin etwas unzufrieden, denn ich konnte sicher noch viel weiter werfen. Das war zwar eine meiner besten Leistungen, die ich bei großen Wettkämpfen erzielt habe, wo ich zumeist sehr weit, bis an die Nähe des Weltrekords werfe, aber es war die WM, und da hätte es durchaus noch etwas weiter sein können. So 94, 95 Meter waren durchaus drin."

Typisch Zelezný. Er ist ein Perfektionist. Selbst nach seinem sechsten großen Triumph - außer dem dritten WM-Titel holte er auch drei Olympiasiege - gibt er sich noch nicht zufrieden. Er warte, so Zelezný, immer noch auf den "Wurf seines Lebens". Selbst der bei seinem Weltrekord von 98,48 Meter gezeigte sei nicht ideal gewesen. Deshalb werde er, solange er gesund bleibe und die Motivation aufrecht erhalte, noch bis zur Olympiade 2004 in Athen weiter machen. Gleiches hat Zehnkampf-Weltmeister Tomás Dvorák vor. Die Zuschauer der Europameisterschaft 2002, die kommendes Jahr in München ausgetragen wird, können sich also bereits jetzt auf die beiden tschechischen Superstars freuen.