"Eine Region der Zukunft. Südböhmen - Mitteleuropa" - internationale Konferenz in Ceske Budejovice

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Die Rolle der kleinen territorialen Einheiten in dem sich integrierenden Europa und im Prozess der wirtschaftlichen und geistigen Globalisierung der Welt war eines der Hauptthemen des internationalen Kongresses, der unter dem Namen "Eine Region der Zukunft. Südböhmen - Mitteleuropa" Ende April in Ceske Budejovice (Budweis) stattgefunden hat.

Die Rolle der kleinen territorialen Einheiten in dem sich integrierenden Europa und im Prozess der wirtschaftlichen und geistigen Globalisierung der Welt war eines der Hauptthemen des internationalen Kongresses, der unter dem Namen "Eine Region der Zukunft. Südböhmen - Mitteleuropa" Ende April in Ceske Budejovice (Budweis) stattgefunden hat. Vorbereitet wurde er vom Institut für Wirtschaftsethik und Regionalentwicklung der Südböhmischen Universität. Über das Anliegen, durch welchen die Konferenz überhaupt initiiert wurde, spricht der Direktor des erwähnten Instituts, Prof. Dr. Helmut Renöckl:

"Sie wissen, dass in der Tschechischen Republik, um mit den Worten von Präsident Havel zu sprechen, eine blöde Stimmung herrscht. Ähnlich ist es auch von Österreich zu sagen, wohl auch von Deutschland, dass die Leute ihren Enthusiasmus eher verloren haben, was die europäische Einigung betrifft. Und auf diesem Hintergrund wollten wir eine ermutigende Zukunftsvision von Südböhmen und Mitteleuropa vor Augen stellen. Und das ist, glaube ich, sehr gut gelungen."

Während der Konferenz wurde unterstrichen, das man als Gegengewicht zur Integration und Globalisierung eine Verankerung in der Region braucht. Wie stellt sich Prof. Renöckl die Zukunft der südböhmischen Region vor?

"Zur Zukunftsvision von Südböhmen gehört ja eine Mehrzahl von Dimensionen. Beispielsweise eine gute ökonomische Entwicklung, aber ebenso eine gute kulturelle und soziale Entwicklung, und auch diese tiefe Dimension von Spiritualität, Religion und Ethik. Keine der Dimensionen darf fehlen, wenn es zu einer guten Entwicklung kommen soll. Und wir haben für alle diese Dimensionen exzellente Experten her geholt, aber auch Persönlichkeiten aus der Region. Und das Miteinander hat eine sehr dynamische, sympathische Mischung ergeben, es war eigentlich ein Stück schon Vorwegnahme einer lebendigen Region."

Prof. Renöckl hebt insbesondere den internationalen Aspekt nicht nur des Kongresses, sondern auch der Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Regionen hervor.

"Südböhmen ist natürlich keine große Region, sie liegt aber an einer entscheidenden Stelle. Es ist eine Brückenregion. Und das große Europa kann nicht gelingen, wenn nicht gerade diese Brückenregionen lebendig werden und ihre Aufgaben erfüllen. Sprich: die eigene Identität entwickeln, aber auch den Austausch mit den Nachbarn zu pflegen. Dieses Kongressprojekt findet auch international große Beachtung, wir haben hier realisiert, was andere auch machen möchten, nämlich genau diese Zusammenfassung der Perspektiven, und die Zusammenfassung der für eine Regionalentwicklung wichtigen Menschen. Und das findet ganz großes Interesse und wird ganz sicher auch sozusagen Fortsetzungen bringen, dass auch andere Regionen ähnliches für ihre Regionen unternehmen werden. Dass konkretes Interesse aus Slowenien, aus Ungarn und aus Polen bereits artikuliert wurde, und übrigens auch aus Oberösterreich jemand hier war, der für die Bildungsplanungen in Oberösterreich zuständig ist und ganz fasziniert war, dass eine Idee, die man dort erst vorsichtig erörtert, hier bereits realisiert ist. Das ist ja nicht nur so, dass in diesen Regionen der Beitrittskandidaten das aktuelle Fragen sind, sondern die Frage der menschenwürdigen Regionalentwicklung stellt sich eigentlich überall, in gutentwickelten, aber auch in Regionen, die noch Entwicklungsaufgaben erfüllen wollen. Überall ist es wichtig, dass wir die Zukunft mutig vorausschauen und aktiv gestaltend auch in Angriff nehmen."