Eishockeyspieler Tomáš Slovák wird von der Bischofskonferenz geehrt

Tomáš Slovák (Foto: Martina Schneibergová)

Eishockey ist unter den tschechischen Sportfans die Sportart Nummer eins. Seit Ende der vergangenen Woche werden die Sportseiten der Tagespresse wieder mit Meldungen über das Geschehen von der Eishockey-WM gefüllt. Unmittelbar vor dem WM-Beginn aber weckte noch ein anderes Ereignis aus dem Milieu des Pucksports die Aufmerksamkeit der Medien: Der beste Verteidiger der tschechischen Extraliga, Tomáš Slovák, wurde für eine starke Handlung im Geiste des Fairplays von der Tschechischen Bischofskonferenz ausgezeichnet.

Tomáš Slovák (Foto: Martina Schneibergová)
Der 30-jährige slowakische Verteidiger Tomáš Slovák vom HC Škoda Plzeň wurde in den letzten Tagen nicht nur für sein sportliches Können gewürdigt. Viele lobende Worte erntete er für das, was er im entscheidenden Playoff-Finalspiel seiner Mannschaft gegen das Team von PSG Zlín getan hatte. 14 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit, beim Stand von 3:2 für Plzeň / Pilsen, gab der Spieler zu, einen über die Bande fliegenden Puck zuletzt berührt zu haben. Und zwar im eigenen Abwehrdrittel, was zur Folge hatte, dass das anschließende Bully vor dem Pilsener Tor ausgeführt wurde. Tomáš Slovák dazu:

„Als wir kurz danach das Tor zum 3:3-Ausgleich bekamen, das war ein ganz bitterer Augenblick für uns. Aber wir haben gehofft, dass das Spiel ein gutes Ende für uns haben wird. Ich persönlich habe auch nur an den Sieg gedacht.“

Dominik Duka und Tomáš Slovák (Foto: Martina Schneibergová)
So schilderte Tomáš Slovák diesen wichtigen Moment des Finalspiels am vergangenen Donnerstag im Erzbischöflichen Palais auf der Prager Burg. Pilsen hat die Partie in der Verlängerung mit 4:3 gewonnen, Slovák und seine Mitspieler feierten danach den Meistertitel. Hätte Slovák die Puckberührung nicht zugegeben, hätte Pilsen wahrscheinlich schon nach 60 Minuten gesiegt. Für seine Fair-Play-Tat überreichte ihm Kardinal Dominik Duka eine Anerkennung von der Tschechischen Bischofskonferenz.

„Die Entscheidung der Bischofskonferenz über die Auszeichnung war einstimmig. Auf die Idee, Slováks Tat zu würdigen, kam der Bischof von Pilsen, František Radkovský. Aber es gibt mehrere Eishockey- und Fußballfans unter uns.“

Der Initiator der Auszeichnung, Bischof Radkovský, ist ein Fan des Fußballklubs Victoria Pilsen und des Pilsener Eishockeyklubs:

František Radkovský (Foto: Archiv Radio Prag)
„Das Finalspiel war sehr ausgeglichen. Die Pilsener hatten am Ende vielleicht etwas mehr Glück. Aber das haben sie sich dank ihres Fairplay auch verdient.“

Die Medaille mit dem Porträt der heiligen Agnes von Böhmen wurde zuvor vor allem an Menschen verliehen, die im Sozialbereich oder im Bereich der Krankenpflege arbeiten. Bischof Radkovský hält aber auch das Beispiel des Eishockeyspielers für wichtig:

„Insbesondere die junge Generation ist für diese Form des Sportgeists sensibel. Sie kann sich daraus auch ein Verhaltensmuster für das eigene Leben ableiten.“

In diesem Sinne äußerte sich auch der ausgezeichnete Spieler selbst:

„Ich möchte mich für die Anerkennung bedanken. Ich schätze sie sehr und hoffe, dass es vor allem jüngere Leute unter den Sportfans gesehen haben und sich davon inspirieren lassen. Es ist für mich heute ein wichtiger Tag. Denn meine Arbeit, das Eishockey, mit dem Glauben zu verbinden, das ist für mich eine große Ehre.“

Für die deutschen Eishockeyfans ist Tomáš Slovák kein Unbekannter: In den Jahren von 2007 bis 2009 war der Verteidiger bei den Augsburg Panthern unter Vertrag.