Entdeckung: Tiefste Unterwasserhöhle der Welt befindet sich in Mähren

Weißkirchener Abgrund (Foto: Fext, CC BY 3.0)

Die tiefste bekannte Unterwasserhöhle der Welt befindet sich in Mähren. Es ist der Abgrund nahe der Stadt Hranice na Moravě / Mährisch Weißkirchen. Dies bestätigte am Freitag ein tschechisch-polnisches Forscherteam. Bisher galt die Schlucht Pozzo del Merro in Mittelitalien mit 392 Metern als tiefste Unterwasserhöhle. Die Schlucht von Hranice ist aber um mindestens zwölf Meter tiefer.

Weißkirchener Abgrund (Foto: Fext, CC BY 3.0)
Der polnische Forscher Krzysztof Starnawski tauchte in die dunkle Schlucht, in 100 Meter Tiefe ließ er dann durch einen speziellen Unterwasserroboter herab. Der Roboter sank zwischen den Felsen eines Spalts hinunter bis in die Tiefe von 404 Metern. Dort erreichte er aber noch nicht den Grund der Schlucht, vielmehr war das Kabel der Sonde ganz einfach zu Ende. So spielte sich vergangene Woche die Entdeckung ab.

Kurz darauf veröffentlichten die tschechischen und polnischen Speläologen das Resultat ihrer Forschungen: Der Abgrund von Hranice ist die tiefste bisher vermessene Unterwasserhöhle der Welt. Und es kann sogar sein, dass er noch tiefer ist. Michal Guba von der Tschechischen Speläologischen Gesellschaft gehörte zu dem Forscherteam:

Foto: ČT24
„Uns interessiert auch, ob es möglich ist, ein Gerät noch tiefer tauchen zu lassen. Momentan liegt das aber nicht in unseren Kräften. Aus den hydrogeologischen Forschungen geht hervor, dass der Abgrund von Hranice 800 bis 1200 Meter tief sein soll. Bereits in den 1960er Jahren wurde dort mit den Forschungen begonnen. Die Experimente hingen von der technischen Ausstattung ab, die zur Verfügung stand.“

Michal Guba (Foto: ČT24)
Seit 2010 arbeiten die tschechischen Speläologen mit ihren polnischen Kollegen zusammen, und diese haben einen speziellen Roboter konstruiert. Besonders Krzysztof Starnawski trug zu den Erkundungen in Hranice bei. Der Abgrund stelle für ihn eine Herausforderung dar, ließ er gegenüber Medien verlauten. Jetzt wollen die Experten gemeinsam an einer Vervollkommnung der Unterwassersonde arbeiten. Michal Guba:

„Wir werden nun erst einmal sehen, ob wir einige technische Details verbessern können, um die Forschungen fortzusetzen. Ich bin derzeit aber nicht in der Lage zu sagen, ob dies in einer Woche, einem Monat oder erst in einem Jahr gelingt.“

Foto: ČT24
Die „Hranická propast“ – zu Deutsch „Weißkirchener Abgrund“ – befindet sich am rechten Ufer des Flusses Bečva, und zwar am südöstlichen Stadtrand von Hranice na Moravě / Mährisch Weißkirchen. Der Abgrund von Hranice ist im Übrigen eine Karsthöhle. In der Nähe liegen die Zbraschauer Aragonithöhlen (Zbrašovské aragonitové jeskyně), die ihm ähnlich sind. Sie wurden in den 1920er Jahren entdeckt und können offiziell besucht werden.

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