Fresenius-Hochschule: Tschechische Studenten können deutschen Abschluss erlangen

Foto: Archiv der Hochschule Fresenius

Die Hochschule Fresenius zählt mit etwa 10.000 Studierenden zu den größten privaten Bildungsinstitutionen in Deutschland. Nun gibt es auch einen Campus in Prag, und dort kann auf Tschechisch studiert werden. Die Hochschule geht auf den deutschen Chemiker Carl Remigius Fresenius zurück. Er gründete 1848 das erste nach ihm benannte Labor. Radio Prag sprach mit dem Leiter der Prager Fresenius-Hochschule, Sebastian Meyer.

Hochschule Fresenius (Foto: Archiv der Hochschule Fresenius)
Private Hochschulen gibt es inzwischen einige in Tschechien. Seit 1999 haben sich mehr als 45 Institute angesiedelt. Rund 15 Prozent aller Studierenden hierzulande besuchen eine dieser Ausbildungsstätten. An der privaten Hochschule Fresenius können die Interessierten aus Tschechien sowohl einen in Deutschland als auch in Tschechien anerkannten Studienabschluss erlangen. Zum kommenden Wintersemester wird das neue Prager Institut insgesamt vier in Deutschland akkreditierte Studiengänge anbieten. Darüber hinaus ist den Ausbildern eine intensive Betreuung wichtig, betont Hochschulleiter Sebastian Meyer:

„Die potentiellen Studentinnen und Studenten sind an der Hochschule Fresenius keine Nummer. Dies heißt, bei uns ist es wichtig, unsere Studierenden mit Namen persönlich kennenzulernen. Das wird dadurch ermöglicht, dass wir im sogenannten Kleingruppenkonzept unterrichten, mit maximal 42 Personen. Dort wollen wir den direkten Dialog zwischen Dozent und Studierenden herstellen, sodass die Lernenden einfach ihre Fragen stellen und sich selbst aktiv in das Studienprogramm und die Vorlesungsinhalte einbringen können.“

Foto: Archiv der Hochschule Fresenius
Angeboten werden insgesamt vier berufsbegleitende Studiengänge für die Zielgruppe junger angehender Unternehmer und Manager. Studiert werden können Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftspsychologie und Tourismus-, Hotel- und Eventmanagement. Diese führen zu einem Bachelorabschluss. Daneben gibt es einen in Tschechien bislang einzigartigen Masterstudiengang: Medienmanagement und Entrepreneurship. Im Rahmen dieser Ausbildung sollen die Studenten bei der Gründung eigener Unternehmen unterstützt und betreut werden, etwa durch das Stellen von Büroräumen oder durch externe wirtschaftsrechtliche Beratung und Vernetzung mit anderen Unternehmen. Allerdings müssen die Studierenden für die angebotenen Studiengänge tief in die Tasche greifen. Die Gebühren für ein Semester belaufen sich auf 27.500 Kronen (umgerechnet rund 1000 Euro). Dafür könne man aber auch einiges erwarten, erklärt Meyer:

Foto: Archiv der Hochschule Fresenius
„Die Studiengebühren für unsere Bachelor- und Masterprogramme, das ist richtig, liegen bei 27.500 Tschechischen Kronen. Für dieses Geld oder diese Studiengebühren enthält man umfangreiche Serviceleistungen. Unsere Studenten können beispielsweise optionale Sprachangebote wahrnehmen, sie können an unseren ‚Summer Schools‘ teilnehmen oder in Praxisprojekten, die wir zusammen mit Kooperationspartnern bewerkstelligen, erste Türen in die Unternehmen aufstoßen.“

Die Bewerber müssen für die Zulassung aufgrund der deutschen Akkreditierung einen Schulabschluss nachweisen, der dem deutschen Abitur gleichwertig ist. Worauf es noch ankommt, verrät Meyer:

Foto: Archiv der Hochschule Fresenius
„Die Aufnahmebedingungen sehen so aus, dass der Student sich zunächst bewerben muss. Auf unserer Homepage befindet sich ein Bewerbungsformular, dieses wird zu uns zur Hochschule geschickt. Dann wird man zu einem internen Aufnahmeverfahren eingeladen. Das bedeutet, wir werden den Bewerber nicht nur über die Zeugnisnoten messen, sondern auch die Chance geben, sich in Gruppenspielen zu zeigen. Weiter werden wir auch ein entsprechenden kognitiven Leistungstest durchführen.“