Fußball-Conference-League: Sparta Prag im Achtelfinale, unglaubliche Wendung für Sigma Olmütz
Beide tschechischen Fußballvereine in der Conference League konnten am Donnerstag feiern – obwohl sie sich nach dem letzten Spieltag der Hauptrunde fast an entgegengesetzten Enden der Tabelle wiederfanden.
Es war eine überzeugende Vorstellung, die Sparta Prag im Heimspiel der Conference League gegen Aberdeen geboten hat. 3:0 lautete das Endergebnis. Und Trainer Brian Priske zeigte sich auf der Pressekonferenz nach der letzten Begegnung der Hauptrunde zufrieden:
„Ich denke, wir haben ein anständiges Spiel gemacht. Vielleicht hatten wir etwas zu viele Abspielfehler, aber insgesamt war es ein solider Auftritt mit schönen Toren. In der Verteidigung haben wir fast nichts zugelassen. Es ist eine reine Weste und vor allem vor Weihnachten noch einmal ein Sieg hier im Stadion. Im Ganzen haben wir in der Hauptrunde der Conference League eine ordentliche Leistung gezeigt.“
Der Sieg bescherte dem tschechischen Rekordmeister den direkten Einzug ins Achtelfinale dieses europäischen Vereinswettbewerbs. Mit seinen 13 Punkten wurde er Vierter in der Abschlusstabelle, die von Racing Straßburg angeführt wird. Deswegen überspringen die Prager die Play-offs im Februar und sind erst wieder in der zweiten Märzwoche gefordert. Verteidiger Pavel Kadeřábek hält diese Spielpause in der Conference League für wichtig. So sagte der 33-Jährige, der im Sommer von der TSG Hoffenheim zurück in seine Heimat gewechselt ist, in den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks:
„Es ist angenehm, zwei Begegnungen weniger bestreiten zu müssen. Das heißt, dass wir nur am Wochenende in der Liga spielen und nicht unter der Woche auch in der Conference League. Den Bonus müssen wir nutzen und uns im heimischen Wettbewerb verbessern.“
Denn in der tschechischen Liga liegt Sparta nur auf Platz zwei, mit sieben Punkten Rückstand auf den Erzrivalen und Tabellenführer Slavia Prag.
Doch wohin gehen die Blicke des Vereins in der Conference League? Wäre etwa auch ein großer Erfolg möglich? So lautete eine Frage an Trainer Priske bei der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Aberdeen.
„In der K.o.-Phase mit Hin- und Rückspiel ist alles möglich. Wir werden alles daransetzen, im März eine Runde weiterzukommen. Man braucht aber auch etwas Losglück. Wir glauben indes daran, dass wir jedes Spiel gewinnen können. Und es ist sicher auch möglich, die Conference League zu gewinnen“, sagte der Coach.
In jedem Fall darf sich Sparta Prag nun zu den Mitfavoriten rechnen. Die Auslosung für die Zwischenrunde und für das Achtelfinale der Conference League findet am 16. Januar statt.
Und auch Sigma Olmütz ist dann im Lostopf. Denn in einer wilden Schlussphase des letzten Spieltags qualifizierte sich der Klub aus Mähren noch für die Play-offs. Dabei verlor Olomouc / Olmütz am Donnerstag zu Hause mit 1:2 gegen den polnischen Meister Lech Posen. Unmittelbar nach Abpfiff sah es danach aus, als ob Sigma damit ausgeschieden wäre. Allerdings geschah dann bei AEK Athen noch das Unglaubliche. Denn die Griechen drehten ihr verloren geglaubtes Spiel gegen Universitatea Craiova aus Rumänien in einer 15-minütigen Nachspielzeit in einen Sieg. Und damit kletterte Sigma Olmütz an Craiova vorbei auf Tabellenplatz 24, der als letzter zur Teilnahme an den Play-offs berechtigt. Diese Wendung des Schicksals bekamen die Spieler des tschechischen Vereins erst mit, als sie den Fans im Stadion die Niederlage gegen Posen erklären mussten. Verteidiger Jan Král schilderte später gegenüber Journalisten:
„Wir haben gerade noch von den Fans einen Einlauf bekommen, als wir nur eine Sekunde später von ihnen als Helden gefeiert wurden. Es ist schon eigenartig, eine Niederlage zu feiern. Aber ich bin froh. Und die beiden Gegentore waren nach unserer Leistung auch nicht so ganz berechtigt. Aber der da oben hat das wieder hingebogen.“
Král selbst hatte mit seinem Treffer in der 84. Minute einen hohen Anteil am Weiterkommen im Wettbewerb. Denn letztlich verhalfen die mehr geschossenen Tore bei gleicher Punktzahl (7) und gleicher Tordifferenz (-2) dazu, Universitatea Craiova zu überrunden. Der andere Held des Abends war Sigma-Torhüter Jan Koutný, der zu Ende der ersten Halbzeit einen Elfmeter der Gäste hielt.







