Geld und Kunst - Kunst und Geld

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Von Marketa Maurova.

Geld und Kunst - Kunst und Geld. Wer glaubt, dass wir nun über Mäzenatentum, Sponsoring oder Finanzierung der Kunst sprechen wollen, der irrt sich. "Geld und Kunst - Kunst und Geld" ist nämlich der Name einer Ausstellung, die am Mittwoch in Kutná Hora/Kuttenberg eröffnet wurde und auf der Geld als Kunstgegenstand gezeigt wird. Veranstalter ist die Internationale Vereinigung für Bildung und Kultur, die ausgestellten Sachen stammen aber aus einer der reichsten Sammlungen der Welt, die sich im Besitz der Münchner HypoVereinsbank befindet. Zu sehen sind rund 600 Repliken von Banknoten, Kreditkarten, Münzen und weitere Zahlungsmittel.

Die Ausstellung wurde im Rahmen des Projekts "Museum des Geldes" realisiert, das seit November letzten Jahres in Kuttenberg aufgebaut wird. Der Vorsitzende der Vereinigung, Jiri Vasko sagte dazu auf der Vernissage:

"Die Idee, ein Museum zu gründen, entstand im Zusammenhang mit der Herausgabe der Enzyklopädie "Geld der Welt - Money of the World". Diese erschien im letzten Jahr anlässlich der Jahressitzung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank in Prag, und zwar in Zusammenarbeit mit vielen Zentralbanken der Welt, die uns Geldmuster schickten. Wir haben uns gesagt, es wäre schade, diese nur für sich selbst oder in Privatsammlungen zu behalten, und so haben wir den ersten Sammlungsfonds errichtet, den wir zukünftig präsentieren wollen."

Keine andere Stadt Böhmens ist für ein Geldmuseum besser geeignet, als Kuttenberg. Bereits im Mittelalter war es das bedeutendste Zentrum der Silberförderung in Böhmen und Sitz der königlichten Münzanstalt, in der die bekannten Prager Groschen geprägt wurden. Der heutige Kuttenberger Bürgermeister Kvetoslav Hlavaty stellt sich trotzdem die Frage, warum Geld ein eigenes Museum haben soll:

"Das Geld hat genauso wie die Briefmarken die schöne Eigenschaft, dass es sich um Kunstwerke handelt, die aber meiner Meinung nach mit der Zeit verschwinden werden. Es ist daher erforderlich diese schönen Werke der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen."