Herzlicher Empfang, aber auch Kritik: Friedensmarsch für Aleppo in Tschechien
Der „Civil March for Aleppo“ will ein Zeichen der Solidarität setzen mit den Menschen im syrischen Bürgerkrieg. Er ist an Weihnachten in Berlin gestartet und führt in umgekehrter Richtung der Flüchtlingsroute. Am vergangenen Wochenende sind die Marschierer in Prag angekommen.
Tereza Durdilová war eine der Teilnehmer: Sie fühle mit den Menschen in Syrien. Sie finde es schlecht, sich darauf zu verlassen, dass jemand die Lage lösen werde.
Jana Vondrová vertrat die evangelische Brüderkirche: Sie laufe nicht mit, trage aber zumindest finanziell bei, um den Marsch zu unterstützten.Eliáš Molnár sprach für sich und seine zwei Kolleginnen:„Wir arbeiten in einer Hilfsorganisation, daher beschäftigen wir uns stark mit dem Thema. Die Teilnahme hier entspringt aber eher unserem Bedürfnis als Bürger anstatt einer Arbeitspflicht. Wir unterstützen diese Sache gern.“
Der Marsch durch Tschechien wird von der Initiative „Tschechen für Aleppo“ organisiert, diese ist Anfang Oktober entstanden. Jana Hradilková leitet die Initiative und ist auch mitgelaufen:
„Erst kurz vor Prag wurde das Interesse an dem Marsch stärker. In Roztoky wuchs die Zahl der Pilger auf 70, in Prag auf 250 Menschen. Wir sind gespannt, wie viele Menschen sich dem Marsch von Prag aus anschließen werden.“Die Menschen nähmen den Marsch wahr und würden ihn unterschiedlich kommentieren, sagt Hradilková:
„Manche schreien uns an, dies sei eine leere Geste und wir würden das nur für uns selbst machen. Andere Menschen fragen nach dem Sinn des Marsches, ob man bis nach Aleppo gehen möchte, was man auf dem Weg plane. Die Menschen interessieren sich dafür.“
Dies bestätigt auch Alexander Stotkiewitz aus der Nähe von Stuttgart. Er will die ganze Strecke bis Aleppo bewältigen. Stotkiewitz hat 3000 Kilometer vor sich und wird fünf bis sechs Monate unterwegs sein.„Wir haben Leute gesehen, die mit ihren Autos gehupt haben und es sehr kritisch gesehen haben, sehr mürrisch geguckt haben. Gleichzeitig sind wir extrem warm empfangen worden. Am Anfang mussten wir immer schauen, dass wir genug essen, weil wir die ganze Zeit unterwegs sind und uns selbst verpflegen. Aber seitdem wir in Tschechien sind, haben wir jeden Tag warmes Essen von der örtlichen Bevölkerung bekommen. Das Positive überwiegt also.“
Auch mit den Unterkünften habe es bisher immer gut geklappt, sagt Stotkiewitz.„Wir waren in Sporthallen, in einer Kunstgalerie, in einem christlichen Gemeindehaus, heute Abend schlafen wir in einem moslemischen Gebetshaus. Es ist ganz kunterbunt gemischt.“
Bis Ende Januar sind die Marschierer in Tschechien unterwegs, dann geht es weiter in Richtung Wien.







