Hörerforum

r_2100x1400_radio_praha.png

Herzlich willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer, zu einer weiteren Ausgabe des Hörerforums. Wie immer werden wir auch heute aus Ihren Briefen zitieren sowie Ihre Fragen beantworten. Am Mikrophon begrüßen Sie hierzu Jürgen Webermann und Dagmar Keberlova.

Viele Fragen haben sich in unserer Redaktion wieder angesammelt und so wollen wir gleich mit einigen beginnen. Von Marcel Goerke aus Eschweiler, der uns kürzlich in der Redaktion besucht hat und wir ihn auch im Rahmen des Hörerforums vorgestellt haben, kam die folgende Frage:

"Auf dem Rückweg aus Prag zu unserem Urlaubsziel sind wir durch Plzen gefahren, dort habe ich einen Bus gesehen, der wie eine Tram auf Strom fährt. Ich würde nun gerne wissen, ob es solche Busse in vielen Städten der Tschechischen Republik gibt."

Hradec Kralove/Königsgrätz, Brno/Brünn etc. Diese öffentliche Verkehrmittel sind gerade in den vom Verkehr überlasteten Städten recht beliebt, da sie umweltfreundlich sind, sparsam und ihr Betrieb ist im Vergleich zu den normalen Bussen relativ leise. Also, liebe Freunde, wenn Sie bei Ihrem nächsten Besuch in Tschechien auch andere größere Städte außer Prag besichtigen, werden Sie bestimmt auf solche O-Busse stoßen. Wenn Sie Tschechien besuchen, sollten Sie aber auf keinen Fall Ihre Krankenversicherung vergessen. Hierzu führt uns die nächste Frage des Herrn Heribert Kunert aus Metten. Er schrieb uns:

"Vor etwa einem Monat rief ich bei Ihrer Rundfunkstation an um zu fragen, wie es um die Auslandsreiseversicherung für deutsche Bürger steht. Wird diese Versicherung auch von EU Bürgern verlangt? Es werden ja Strafen bis zu 10.000 Kronen angedroht. Ein sehr guter Bekannter, selbst Polizist in Zlin, kennt diese Anordnung nicht."

Um die Situation zu klären, wie es um die Reiseversicherung tatsächlich steht, haben wir uns an die zuständige Stelle gewendet und die Allgemeine Krankenversicherung angerufen. Frau Katerina Zamastilova, die Pressesprecherin der Allgemeinen Krankenversicherung, sagte uns folgendes:

"Am 1. Januar trat ein neues Gesetz in Kraft, der die Bedingungen für die Einreise und den Aufenthalt von Ausländern in der Tschechischen Republik ändert. Die neue Anordnung verpflichtet Ausländer, bei der Einreise sowie bei der Erteilung jeder Art von Visum einen Nachweis über die Krankenversicherung vorzulegen. Die Allgemeine Krankenversicherung bietet den Ausländern die Möglichkeit, sich versichern zu lassen. Diese Versicherung erfüllt die gesetzlichen Bedingungen und wird von der Fremdenpolizei anerkannt. Die Ausländer haben also die Möglichkeit, sich für die Zeit ihres Aufenthaltes in der Tschechischen Republik versichern zu lassen. Diese Versicherung deckt die Kosten auf notwendige und dringende Krankenhilfe wie z. B. Transport in ein Krankenhaus, akute Zahnarzthilfe oder die Rückfahrt des Versicherten in seine Heimat ab."

Soviel zur Frage der Krankenversicherung, die vielleicht für viele von Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer, aktuell sein könnte, denn der September ist eine sehr günstige Zeit zum Reisen. Herr Kunert schrieb uns auch einen kurzen Kommentar zu unserem Bericht vom 3.8. über die Vertreibung der Tschechen 1938 sowie die Vertreibung der Sudetendeutschen 1945, den wir hier verlesen möchten. Wir zitieren:

"Obwohl mein Großvater Tscheche war, musste meine Mutter unter Beschimpfungen, Plünderung, Vergewaltigung und am Ende unter Gewehrhieben das Land Richtung Österreich verlassen. Es schmerzt sehr, wenn man daran erinnert wird. Umso mehr freut es mich daher, wenn die Menschen langsam aufeinander zugehen. Und Ihre Sendung leistete wohl einen kleinen Beitrag dazu."

Es freut uns immer, zu sehen, dass wir mit unseren Sendungen zum besseren Verständnis bzw. Aufklärung verschiedener historischer sowie aktueller Ereignisse beitragen. Und wir werden wahrscheinlich noch lange über das Geschehen in der Tschechischen Republik berichten. Hiermit nehme ich ihre nächste Frage vorweg, die die Existenz unseres Senders betrifft. Gerhold Gerdes aus Hinte schrieb uns folgendes:

"Wie alljährlich um diese Zeit möchte ich die bange Frage stellen, wie es mit der Zukunft von Radio Prag bestellt ist. Soweit sich Veränderungen, gleich ob zum Positiven oder zum Negativen hin, andeuten sollten, erbitte eine kurze Nachricht, um eventuell erforderliche Aktionen ins Leben rufen zu können."

Es ist sehr nett, dass Sie sich dermaßen um unser Bestehen kümmern. Allen Ihnen können wir die gute Nachricht übermitteln, dass es um unsere weitere Existenz gut bestellt ist. Radio Prag hat einen Vertag mit dem Außenministerium unterschrieben, durch den die weitere Existenz unseres Senders sichergestellt wird.

Abschließend wollen wir noch zwei ihrer Kommentare bezüglich des Geschehens in der Tschechischen Republik bringen. Herr Frank Bresonik aus Gladbeck schrieb uns seine Meinung über die Anti-Rassismus - Kampagne, die von Januar bis Juni in Tschechien stattfand. Wir zitieren:

"Angesichts des wachsenden Rechtsradikalismus in Europa und Welt, halte ich es für richtig und notwendig, dass derartige Veranstaltungen hier und da ins Leben gerufen werden und somit ein großes Zeichen für Frieden und Völkerfreundschaft gesetzt wird."

Soweit die Meinung Herrn Bresoniks. Die Kampagne wurde in Tschechien positiv aufgenommen, von vielen allerdings als unzureichend bezeichnet mit der Begründung, die Erziehung zur Wahrung der Menschenrechte könne nicht nur in einer sechsmonatigen Regierungskampagne bestehen, sondern müsse kontinuierlich durchgeführt werden. Ein anderes, nicht nur in Tschechien sehr aktuelles Thema ist das umstrittene Atomkraftwerk Temelin. Hierzu der Kommentar von Engelbert Borkner aus Hildesheim:

"Als einen Witz empfinde ich die endlose Geschichte um das AKW Temelin. Zuerst wird es gebaut, und dieser Bau hat ja auch einige Jahre gedauert und sehr viel Geld gekostet. Inzwischen wird der Brennstoff zum Werk transportiert, und jetzt kommt man auf die Idee, ein Referendum über die Inbetriebnahme abzuhalten. Wenn die Sachlage nicht so ernst wäre, käme man aus dem Lachen nicht mehr heraus. Ein Trost bleibt mir aber, nicht nur bei uns wird mit den Steuergeldern der Bürger herumgeworfen, sondern bei Ihnen auch."

Autoren: Dagmar Keberlova , Jürgen Webermann
abspielen