Hörerforum

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Herzlich willkommen bei der heutigen Ausgabe des Hörerforums. Wir haben wieder reichlich Post von Ihnen bekommen, liebe Hörerinnen und Hörer, zusammen mit vielen interessanten Anregungen. Und so wollen wir auch gleich in Ihren Briefen blättern. Am Mikrophon begrüssen Sie Danillo Höpfner und Dagmar Keberlova.

Einige Themen kamen in den Briefen der letzten zwei Wochen häufig vor. Eines davon war der Besuch des tschechischen Staatspräsidenten Vaclav Havel in Deutschland, auf den noch einige von Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer, reagiert haben. Stellvertretend möchten wir Achim Kissel aus Duisburg zitieren, der uns schrieb:

"Ich hatte Glück, dass gerade in der Zeit, in der ich Ihre Sendungen wieder öfter einschaltete, der Präsident der Tschechischen Republik in unserem Land zu Besuch weilte. So konnte ich durch ihre aktuellen Berichte über die Ergebnisse erfahren. Insgesamt kann man heute die Beziehungen unserer Länder als recht positiv einschätzen. Die Tschechische Republik steht als ein Kandidat für die Aufnahme in die Europäische Union und maßgebende deutsche Politiker gehören zu den Befürwortern dieser Aufnahme."

Aber nicht nur die Politik steht im Vordergrund Ihres Interesses liebe Freunde. Auch der Sport nimmt einen hohen Stellenwert ein, wie Ihren Briefen immer wieder zu entnehmen ist. Um so mehr dann, wenn z. B. die Fußball - EM stattfindet. Die tschechischen Fußballspieler haben sich relativ früh von der Europameisterschaft verabschiedet, wir haben aber von Ihnen noch reichlich an Glückwünschen zum Sieg unserer Eishockeyspieler bei der Weltmeisterschaft in Sankt Petersburg erhalten. Hierzu ein Zitat aus einem Brief von Hans Jähkel aus Altenburg:

"Bereits am Sonntagabend, nachdem das endgültige Ergebnis des WM - Endspieles zwischen der Tschechischen Republik und der Slowakei 5:3 feststand, habe ich bei Ihnen in Prag angerufen und Jitka Mladkova zu dem Sieg, dem Weltmeistertitel, gratuliert. Sie war, wie ich entnehmen konnte, ebenfalls begeistert und schilderte mir, dass auf dem Altstädter Ring bei ca. 14000 Zuschauern der Übertragung die Sektkorken knallen und das ganze Land stolz auf seine Cracks ist. Zwei Weltmeistertitel und ein Olympiasieg sprechen für die führende Rolle der Tschechen im Eishockey und lassen so nach und nach den Ruhm der Kanadier oder Russen verblassen. Also alles in allem nochmals Glückwunsch nach Prag."

Soweit das Zitat von Herrn Jähkel. Vom Thema Sport nun zum Stichwort Prag, das immer wieder in Ihren Briefen präsent ist. Einige von Ihnen haben die tschechische Hauptstadt wieder besucht und uns ihre Eindrücke übermittelt. Hie und da besuchen Sie uns auch persönlich, in den letzten Tagen ist in unsere Prager Redaktion Solveig Lindblom aus Bromma bei Stockholm gekommen, die sehr gerne nach Prag kommt. Über ihre Eindrücke aus Prag erzählte sie uns folgendes:

Frau Lindblom ist eine unserer Stammhörerinnen und so interessierte uns, was sie im Programm von Radio Prag besonders gerne anhört:

Das war Frau Lindblom aus Schweden, die uns kürzlich besucht hat. Auch weitere unserer Hörer machen sich gern auf den Weg nach Prag bzw. Tschechien und berichten uns davon. Willi Overmann, der im Sonderwettbewerb der Sendereihe "Spaziergang durch Prag" ein Bildband "Prag- die historische Stadt" gewonnen hatte, schrieb uns über sein Osterbesuch Prags:

"Lächeln musste ich natürlich über den Hinweis, dass der Spaziergang durch Prag neue Anregungen für einen eventuellen Pragbesuch bieten sollte. Lächeln deshalb, weil wir gerade einen Pragbesuch durchgeführt hatten. Wir waren mit unserer Familie über Ostern vier Tage in Prag. Wir hatten sehr gute Unterlagen über Prag und deshalb auch viel von der goldenen Stadt gesehen. Aber selbst vier Tage sind zu wenig, um die Fülle der Sehenswürdigkeiten in Augenschein zu nehmen." Herr Overmann reagierte in seinem Schreiben u. a. auf einen Hörerbrief, in dem der Hörer über spezielle Preise für Ausländer in Prag klagte. Hierzu die Erfahrung Herrn Overmanns:

"In Ihrem Hörerforum über Fremdenverkehr in Tschechien beklagte ein Hörer die höheren Kosten für Ausländer, den sog. Ausländerpreis. In den gesamten vier Tagen unserer Anwesenheit in Prag haben wir davon nichts bemerkt. Sollte es, wie in Ihrem Bericht erwähnt, doch in den unterschiedlichen Sparten zu diesem Aufschlag als Ausländerpreis kommen, so ist dieses schon eine Unverschämtheit, die in einem zusammenwachsendem Europa fehl am Platz ist."

Im Gegenteil zu Herrn Overmann waren die Erfahrungen von Herrn Strasser aus Augsburg bei einem Tschechienbesuch, eher negativ. Über seinen Besuch schrieb er uns:

"Leider ist Prag nicht nur von Millionen Touristen bevölkert. Überall muss man aufpassen, nicht Zettel in die Hand gedrückt zu bekommen über Restaurants, Stadtrundfahrten oder Mozart - Open - Tickets. Der Altstädter Ring, einer der schönsten Plätze Europas ist noch zusätzlich verstellt mit Verkaufsbuden und Souvenirs, die wirklich niemand benötigt. Kaum ein freier Sitzplatz, der nicht zu einem Cafe gehört. Ich will doch nicht ständig nur essen und trinken. Schön ruhig und mit bester Aussicht dagegen ist ein Besuch auf dem Vysehrad.

Fast schon peinlich für mich als reichen Deutschen, in Ceske Budejovice in einem Lokal für 5 DM ein Abendessen zu bekommen. Da wird sich für viele Tschechen noch manches ändern, wenn das Land nach Europa will, mit einem anderen Preissystem. Hoffentlich werden die Kapitalismus- pur Vertreter in der Politik noch ausgebremst."

Einen Tipp für alle, die Tschechien besuchen wollen oder einfach mehr erfahren wollen, hat Fritz Andorf aus Meckenheim. In seinem Brief schrieb er uns: "Zum Schluss meines Briefes habe ich noch eine Nachricht, die sicher auch andere Hörer interessieren dürfte: Kürzlich hat der frühere Botschafter in Bonn, Jiri Grusa, sein neues Buch "Gebrauchsanweisung für Tschechien" vorgestellt, eine Art ironischer Reisebericht, sozusagen ein literarischer Reiseführer. "Eine Gebrauchsanweisung, wie man die Tschechen knackt," so Grusa während der Buchvorstellung in Bonn. Das Buch erscheint im Rahmen der tschechischen Bibliothek, einer Initiative der Robert-Bosch-Stiftung, in der Deutschen Verlagsanstalt."

Soweit die Empfehlung von Herrn Andorf. Zum Abschluss unserer heutigen Sendung möchten wir die Frage Herrn Ralph Pelinsky aus Kerpen beantworten. Wir zitieren:

"In Ihrem Programmheft schreiben Sie, dass eine Retranslation von Sendungen via Radio Miami/USA geplant sind. Sollen dies Sendungen nach Europa werden oder sind die für den amerikanischen Kontinent bestimmt? Und ab wann sind diese Sendungen eingeplant? Und in welchen Sprachen?"

Zu dieser Retranslation der Sendungen in englischer und spanischer Sprache kommt es bereits seit über einem Jahr und sie sind ausschließlich für den amerikanischen Kontinent bestimmt. Für alle Interessenten liegt in unserem Prager Sekretariat ein Informationsblatt parat, das wir Ihnen auf Anfrage gerne zusenden. Und mit diesem kleinen Hinweis verabschieden wir uns für heute und freuen uns weiterhin auf Ihre Zuschriften.