Hörerforum

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Es ist wieder so weit für das Hörerforum, zu dem Sie aus dem Prager Studio Olaf Barth und Silja Schultheis begrüßen. Wir haben auch heute wieder eine Reihe an Briefen, e-mails und Faxen vor uns liegen und wollen versuchen, möglichst viele davon zu beantworten.

Von Herrn Bibaric erreichte uns eine mail mit der Frage:

Bitte teilen Sie mir mit, wie viele und wo die Tschechische Republik noch Atomkraftwerke hat. Ich bin vor kurzem erst durch Tschechien gefahren und glaubte eines zu sehen, was mein Mitreisender jedoch abstritt.

Ob Sie sich getäuscht haben, Herr Bibaric, kann ich nicht beurteilen. Fest steht jedenfalls, dass es neben dem südböhmischen Kernkraftwerk Temelin in Tschechien noch einen weiteren Atommeiler gibt, und zwar in Dukovany nahe Moravsky Krumlov/Mährisch Krumlau.

Unser Hörer Engelbert Borkner aus Hildesheim schrieb uns:

Überrascht war ich doch etwas, als Sie einige Zahlen und Daten aus der Volkszählung vom März dieses Jahres bekannt gaben. Sie berichteten über die Abnahme der mährischen, schlesischen und Roma Nationalität. Sind diese zwischenzeitlich ausgewandert oder haben sie schlicht und einfach als Nationalität Tscheche angegeben?

Mit diesem Thema, lieber Herr Borkner, hat sich auch die tschechische Presse beschäftigt, nachdem die Ergebnisse der Volkszählung vorlagen. Auch wir haben bereits in unserem Tagesecho vom 9. Juli darüber berichtet. Ihre Vermutung ist richtig: Insbesondere viele Roma habe es offensichtlich vorgezogen, sich auf den Fragebögen nicht zu ihrer Nationalität - deren Angabe ja freiwillig war - zu bekennen. Die renommierte Wochenzeitschrift "Respekt" kommentierte dies in ihrer letzten Ausgabe vom 09.Juli. Dort heißt es:

"Was sollen wir denken, wenn wir feststellen, dass die Zahl eines Ethnikums innerhalb von zehn Jahren um 73% gesunken ist - wie im Falle der mährischen Nationalität? Hier geht es ausschließlich um Parteipolitik. In der posttotalitären Euphorie vor zehn Jahren konnte man sich erstmals zur mährischen Nationalität bekennen und gleichzeitig gewannen mährische Parteien an Stärke. Im Jahr 2001 sind die regional begrenzten Parteien längst von der Bildfläche verschwunden. An den jüngst veröffentlichten Zahlen (der Volkszählung) beunruhigt aber etwas anderes: der deutliche Rückgang aller anderssprachigen nationalen Minderheiten. Auf die größten Disproportionen treffen wir bei den Romas. Nur knappe 12.000 haben sich dieses Jahr zu dieser Nationalität bekannt - ein Rückgang um 64%! Die Ergebnisse der Volkszählung sind nicht nur irgendein statistisches Spielchen. Nach ihnen wird unter anderem die Zuteilung von Geldern aus dem Budget für Minderheiten bestimmt. Das Missverhältnis zwischen der Roma-Statistik und der Roma-Realität ist in dieser Hinsicht ein Versagen. Wessen Versagen? Des Staates, dem es nicht gelungen ist, die Roma zu überzeugen, sich zu ihrer Nationalität zu bekennen? Oder ein Versagen der Roma-Eliten, die es nicht vermocht haben, zugunsten der Roma-Nationalität zu argumentieren? Wie auch immer, eines ist klar: alle anderssprachigen Minderheiten in diesem Land sind zu der Ansicht gelangt, dass sie besser daran tun, wenn sie sich zur tschechischen Nationalität bekennen. Das ist nicht das beste Zeugnis für eine Land, dass sich zur freidenkerischen Welt zählt."

Von Rainer Christoph aus Altenstadt a.d. Waldnaab erreichte uns folgende Zuschrift:

Durch Zufall entdeckte ich auf der Suche nach dem Veranstaltungskalender Prag August 2001 Ihre Webseiten. Ich beschäftige mich seit über 10 Jahren mit der Historie der Goldenen Straße zwischen Nürnberg und Prag. Ich bin Leiter einer Grundschule in Altenstadt a.d. Waldnaab. Seit sechs Jahren organisiere ich Zeichenwettbewerbe zwischen den Schulen von Nürnberg bis Prag. Dazu habe ich mit Kollegen einen Förderkreis Deutsch-Tschechische Schule gegründet. Mich würde das laufende Kulturprogramm in Prag interessieren. Wäre es möglich, über Ihre Webseiten das monatliche Angebot zu erfahren? Ich denke, in Nordbayern gibt es viele Interessenten, die dies nutzen würden.

Ihre Anregung, Herr Christoph, greife ich gerne auf und möchte Sie in diesem Zusammenhang auf die Homepage des Prager Informationsdienstes verweisen: www.pis.cz.

Dort können Sie sich in unterschiedlichen Sprachen direkt zum Prager Kulturprogramm durchklicken. Zum jetzigen Zeitpunkt steht das August-Programm zwar noch nicht im Netz, es finden sich aber auch in der Übersicht vom Juli einige Veranstaltungen, die in den August hineinreichen.

Ansonsten bietet die deutschsprachige Prager-Zeitung, die auch im deutschen Zeitungshandel erhältlich ist, regelmäßig eine Kulturbeilage mit einem Veranstaltungskalender.

Da die tschechische Post-Anschrift der Prager Zeitung, nach der uns Jürgen Biesinger aus Stuttgart fragte, schwer zu buchstabieren ist, nenne ich Ihnen, Herr Biesinger, und allen anderen Hörern, die sich dafür interessieren, an dieser Stelle lieber die Telefonnummer und e-mail-Adresse.

Die Telefonnummer in Prag lautet: 00420-2-22 25 33 79.

e-mail: pragerzeitung@iol.cz

Sie finden das Blatt übrigens auszugsweise auch im Internet, und zwar unter www.pragerzeitung.cz.

Ein weiterer Hörer, Bernd Arnal, wollte in seiner email gerne folgendes von uns wissen:

Wäre es vielleicht einmal möglich, eine Darstellung der mährischen und böhmischen Weine zu bringen, so ähnlich wie Ihre bemerkenswerte Präsentation der tschechischen Biere.

Ihre Frage, Herr Arnal, habe ich an den Prager Korrespondenten der Neuen Zürcher Zeitung - an Rudi Herrmann - weitergeleitet, der zugleich als freier Mitarbeiter für Radio Prag tätig ist. Was die hiesigen Weine anbelangt, kennt er sich bestens aus, da er in Prag fünf Jahre lang einen eigenen Weinhandel betrieben hat.

Abschließend noch eine Frage von unserem Hörer Marcel Goerke:

Ich wollte eigentlich einmal auf Ihrer homepage die Hörerforen der letzten Wochen durchlesen. Nun, die neueste Ausgabe ist vom 5. Juni, danach gab es noch 2, warum werden die Texte nicht online gesetzt? Oder liegt es daran, dass Urlaubszeit ist? Dann hätte ich viel Verständnis.

Ihre Vermutung, lieber Herr Goerke, ist zum Teil richtig. Am 19.Juni haben wir aufgrund der Urlaubszeit ein Hörerforum gesendet, in dem wir unterschiedliche Fragen aus vergangenen Sendungen wiederholten. Diese Ausgabe des Hörerforums findet sich daher ausnahmsweise nicht im Internet. Bereits die darauf folgende Ausgabe vom 03.07. jedoch können Sie - das habe ich auf Ihre Anregung hin gestern noch einmal nachgeprüft - wie gewohnt auf unserer Website ansehen bzw. anhören.

So, liebe Hörerinnen und Hörer, ich bedanke mich wie immer ganz herzlich für Ihre vielen Fragen und Anregungen und hoffe auch in Zukunft auf zahlreiche Zuschriften von Ihnen.

Bleibt mir Ihnen zu wünschen, dass Sie - wo auch immer Sie uns gerade hören - einen schöneren Sommer genießen können als wir im derzeit ziemlich verregneten Prag.

Autoren: Olaf Barth , Silja Schultheis
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