Hörerforum

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Ich begrüße Sie, meine Damen und Herren, zu unserem gemeinsamen Hörerforum, durch das Sie Silja Schultheis. In den vergangenen Wochen haben wir wieder viele Zuschriften mit Fragen von Ihnen erhalten, von denen wir in der heutigen Sendung wenigstens einige beantworten wollen. Und damit wollen wir auch gleich ohne viel Worte zu verlieren beginnen.

Am Anfang eine ganz aktuelle Frage von Peter Vaegler aus Altenpleen:

Wird Pfingsten eigentlich in Tschechien gefeiert?

Pfingsten, lieber Herr Vaegler, ist in Tschechien ein rein kirchliches Fest. Einen arbeitsfreien Tag oder gar Ferien gibt es zu diesem Anlass hierzulande nicht. Und so hatten wir am Pfingstmontag im Gegensatz zu vielen von Ihnen in der Prager Redaktion einen ganz normalen Arbeitstag.

Engelbert Borkner aus Hildesheim bezog sich in seiner Frage auf einen Beitrag aus unserem regelmäßigen Tagesecho:

Vor einigen Tagen brachten Sie in einer Sendung etwas über die Wolhynien-Tschechen. Wie und unter welchen Umständen sind die Tschechen in diese Gegend gekommen oder sind sie durch widrige Ereignisse dorthin verschlagen worden?

Ihre Frage, lieber Herr Borkner, ist natürlich berechtigt und hat sich möglicherweise noch weiteren Hörern gestellt, die unseren Bericht über die aktuelle Situation der Wolhynien-Tschechen erfahren haben. Nehmen wir also einen kurzen Rückblick vor:

In den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts zog eine Welle tschechischer Umsiedler in die Ukraine und nach Russland. Es handelte sich dabei überwiegend um sogenannte "Slavophile", die freiwillig und aus idealistischen Motiven in Richtung Osten zogen, während der allgemeine Emigrationsfluss zu dieser Zeit eindeutig gen Westen strömte. Von der zaristischen Regierung waren die tschechischen Einwanderer nicht nur gern gesehen - galten sie doch als gute Wirtschafter -, sondern wurden von ihr regelrecht eingeladen und zusätzlich mit billigen Grundstücken angelockt.

Nach dem Ersten Weltkrieg änderte sich die Situation grundlegend und das neue kommunistische Regime unterdrückte zunehmend die nationalen Minderheiten. Die ersten Wolhynien-Tschechen kehrten nach dem Zweiten Weltkrieg in die Heimat ihrer Vorfahren, vor allem in die entsiedelten Sudetengebiete zurück. Nach kurzer Zeit wurde der Strom der Rückkehrer jedoch gestoppt. Erst 40 Jahre später - 1986 - erhielt eine weitere Gruppe von Wolhynien-Tschechen die Möglichkeit zur Rückkehr: die Opfer der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. In den Jahren 1991-1993 schließlich kehrten im Rahmen einer humanitären Aktion der tschechischen Regierung ca. 1800 Wolhynien-Tschechen in ihre ursprüngliche Heimat nach Tschechien zurück.


Herrn Dr. Albert-Peter Rethmann von der Universität Passau interessierte folgende Frage:

Sie berichteten über eine Untersuchung über die zu erwartende Arbeitsmigration von Tschechien z.B. nach Deutschland. Da ich mich seit Jahren für Migrationspolitik interessiere und dieses Thema hier leider oft eher emotional diskutiert wird, wäre ich Ihnen sehr dankbar für einen Hinweis, wie ich die Einzelergebnisse der Untersuchung nachlesen kann.

Lieber Herr Rethmann, ich habe mich für Sie beim Forschungsinstitut für Arbeit und soziale Angelegenheiten erkundigt, das die erwähnte Studie durchgeführt hat. Dort sagte man mir, dass die Ergebnisse ab Ende Juni im Internet veröffentlicht werden, und zwar unter der Adresse: www.vupsv.cz

Sie finden die Untersuchung dort dann unter dem Titel "Dusledky vstupu Èeské Republiky do EU se zamerenim na zamestnanost" (Die Folgen des EU-Beitritts der Tschechischen Republik in bezug auf die Beschäftigung). Falls Sie diesen Hinweis so schnell nicht mitschreiben konnten, gucken Sie einfach auf unserer web-seite unter noch einmal nach: www.radio.cz


Frank Bresonik/Gladbeck fragte uns:

Welche verschiedenen Schulformen gibt es eigentlich in Ihrem Land und wieviele Jahre sind die Schüler der tschechischen Schulen schulpflichtig?

Tschechische Schüler sind 9 Jahre lang schulpflichtig. Mit der 9. Klasse ist hier die Grundschule beendet, die somit von der Dauer her vergleichbar mit der deutschen Hauptschule ist. Um einen höheren Abschluss zu erreichen, kann man nach der Grundschule weiter entweder die Fach-Mittelschule oder das Gymnasium besuchen. Um die sogenannten mehrjährigen Gymnasien hat es in letzter Zeit hierzulande viele Diskussionen gegeben, seit Schulminister Eduard Zeman sich im vergangenen Sommer für deren Abschaffung ausgesprochen hat, weil sie zu elitär seien. Neben den sech-, und achtjährigen Gymnasien gibt es noch die vierjährigen, die die Schüler nach der 9. Klasse besuchen.


Günther Spiegelberg/Güstrow erkundigte sich, wie groß das Straßen- und Schienennetz in der Tschechischen Republik sei.


Die Antwort darauf hat mein Kollege Lothar Martin, unser Verkehrsexperte:


Abschließend möchte ich Sie, verehrte Hörerinnen und Hörer, noch einmal an den Wettbewerb anlässlich des 65. Geburtstages von Radio Prag erinnern. Falls Sie sich daran noch nicht beteiligt haben, so können Sie uns noch bis Ende Juni die beiden folgenden Fragen möglichst originell beantworten und so möglicherweise eine Reise in die Tschechische Republik gewinnen. Die Fragen lauten:

1. Wie haben Sie Radio Prag kennen gelernt?

2. Wenn Radio Prag ein Mensch wäre, wie würden Sie ihn charakterisieren.

Ihre Antworten schicken Sie bitte entweder per Post an die Adresse:

Vinohradska 12, 12099 Prag 2

Oder per mail an cr@radio.cz

Oder per fax an die Nummer 00420-2-21552903