Hohe Verluste für Lebensmittelhersteller wegen Schließung der Gastronomie

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Die Verluste der Lebensmittelhersteller infolge der Schließung von Restaurants und Schulküchen belaufen sich auf wöchentlich 750 Millionen Kronen (27,8 Millionen Euro). Das gab die tschechische Lebensmittelkammer am Freitag bekannt.

Dana Večeřová (Foto: Tschechisches Fernsehen)

Betroffen von den Einschränkungen sind alle – die großen, mittleren und kleinen Firmen der Branche. Das beginnt bei den Getränkeproduzenten, geht über die Milch- und fleischverarbeitende Industrie bis hin zu Bäckern und Feinkostproduzenten, äußerte Kammerpräsidentin Dana Večeřová gegenüber der Nachrichtenagentur ČTK.

„Große Probleme haben natürlich die Betriebe, die technologisch auf die Herstellung von gastronomischen Verpackungen spezialisiert sind. Dort kann es zu Absatzrückgängen von bis zu 80 Prozent kommen. Für die anderen Bereiche liegen die Verluste je nach Größe und Ausrichtung bei 30 bis 50 Prozent“, sagte Večeřová.

Illustrationsfoto: F. Muhammad, Pixabay / CC0

Probleme bekamen die meisten Firmen schon vor der Einstellung des Gastronomiebetriebs am 14. Oktober. Denn mehrere Auftraggeber lehnten die Annahme von Bestellungen wegen der drohenden Schließung ihrer Lokale plötzlich ab. „Zudem ist das vierte Quartal für eine ganze Reihe von Sektoren in der Lebensmittelindustrie die absatzstärkste Periode des Jahres. Sie macht etwa 40 Prozent des Jahresumsatzes aus. Das ist um ein Vielfaches mehr als im Frühjahr, als die Wirtschaft in Tschechien wegen der Pandemie schon einmal stark eingeschränkt wurde“, erläuterte die Kammerpräsidentin.

Laut Večeřová müssten die Landwirte und Lebensmittelproduzenten ununterbrochen arbeiten und die Geschäfte beliefern, sie könnten sich keinen Stillstand erlauben. „Hier ist ein Problem entstanden mit der Schließung der Grundschulen. Eine größere Anzahl von Arbeitnehmern muss jetzt zur Betreuung ihrer Kinder zu Hause bleiben und fehlt so in der Produktion. Die Fachkräfte an den Produktionslinien sind hochspezialisiert und lassen sich nicht einfach ersetzen“, ergänzte Večeřová.