Internet in die Schulen

Logo des Projektes 'Internet in die Schulen'

Am Montag hat offiziell das Projekt der tschechischen Regierung "Internet in die Schulen" begonnen, in dessen Rahmen zahlreiche Schulen mit Computern und Internetanschlüssen ausgestattet werden. Bis zum Jahresende sollten es mehr als 3620 Einrichtungen sein, die davon profitieren werden. Ein Vorhaben, das in den Ländern Mittel- und Osteuropas ohnegleichen ist. Ludmila Clauss weiß Näheres.

Logo des Projektes 'Internet in die Schulen'
Das mit Spannung erwartete und nicht ganz unumstrittene Projekt des tschechischen Schulministeriums "Internet in die Schulen" wird seit diesem Montag in die Tat umgesetzt. In Zusammenarbeit mit den Hauptlieferanten - der Firma AutoCont OnLine und der Tschechischen Telecom - sollen mehrere Tausend Grund- und Mittelschulen mit Internetanschlüssen und der entsprechenden technischen Ausrüstung ausgestattet werden.

Zu diesem Zweck wurden 175 Projektmanager ausgewählt und geschult. In diesen Tagen nehmen sie den Kontakt mit den ersten Schulen auf und prüfen zunächst den gegenwärtigen Stand der Computerausstattung in den Einrichtungen. Sie werden dann die Auswahl und die Anlieferung der neuen Computertechnik bis hin zu dem Anschluss der Geräte an das Schulnetz und schließlich auch an das Internet betreuen.

Der Pressesprecher des Projekts, Jiri Chvojka, erklärte gegenüber der Zeitung Hospodarske noviny, dass zunächst die am schlechtesten ausgestatteten Schulen betreut würden. In der ersten Woche solle die Arbeit an insgesamt 540 Schulen aufgenommen werden, wöchentlich kämen dann weitere 180 Einrichtungen hinzu. Insgesamt seien für die Arbeiten an jeder Schule von der Kontaktaufnahme bis hin zur Inbetriebnahme der Computertechnik 51 Tage vorgesehen, so Chvojka.

Der Staat wird die Schulen nicht zur Teilnahme am Projekt zwingen. Es sind letztendlich die Schuldirektoren, bei denen die Entscheidung liegt, ob ihre Einrichtung dabei sein wird oder nicht, und es sind die Träger der Schulen - also die Bezirke und Gemeinden - die die Realisierung des Projekts verabschieden müssen.

Chvojka betonte weiterhin, dass die Installation sowie der Betrieb der Internetanschlüsse für die Schulen keine zusätzlichen Kosten bedeuten würde, das ganze Unternehmen solle im vollen Umfang aus der Staatskasse finanziert werden.

Das Projekt betrifft natürlich nicht nur die Errichtung der materiellen Infrastruktur. Die Installation der Hardware und der Internetanschlüsse stellt nur eine von drei Phasen des Projekts dar. Zu den weiteren Aufgaben des Schulministeriums gehören die Erarbeitung von speziellen Lehrprogrammen, die Sicherstellung von ausreichenden Informationsquellen sowie die Schulung und Weiterbildung der Lehrer.

"Internet in die Schulen" - ein Vorhaben, das in seinem Ausmaß und seiner Komplexität in den Ländern Mittel- und Osteuropas ohnegleichen ist, das hierzulande aber als sehr umstritten gilt.

Einen häufigen Kritikpunkt stellt für die Abgeordneten der Oppositionsparteien sowie für viele Schuldirektoren die Tatsache dar, dass das Ministerium im Moment über keine ausreichenden Mittel für die Ausstattung der verbleibenden 6000 Schulen verfügt. Offen bleibt auch die Frage, inwieweit diejenigen Einrichtungen berücksichtigt werden, die schon in der Vergangenheit in die Anschaffung von Informationstechnik investiert haben. Man bezieht sich auf das Motto: Gleiches Recht für alle. Deshalb bleibt es spannend, wie die finanziellen Mittel an den Schulen letztendlich verteilt werden.

Pressekonferenz am 18. Februar (Foto: CTK)
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Der stellvertretende Schulminister Jaroslav Müllner, der Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft AutoCont OnLine Vlastimil Palata und der Exekutivdirektor für den Verkauf im mittleren Segment der Tschechischen Telekom, Miroslav Horejsi (v. l. n. r.), während der Pressekonferenz am 18. Februar in Prag (Foto: CTK).

Autor: Ludmila Clauss
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