Ivan Steiger, der Spielzeugsammler

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Hallo und herzlich willkommen im Kulturspiegel. Heute stellen wie Ihnen ein Porträt eines vielseitigen Künstlers vor. Ivan Steiger ist Karikaturist, Maler, Schriftsteller, Filmemacher und Produzent, und außerdem leidenschaftlicher Sammler alter Spielzeuge. Der gebürtige Tscheche, der im Prager Frühling mit seiner Familie nach Deutschland emmigrierte, besitzt heute ein Spielzeugmuseum in seiner Wahlheimat München und seiner ursprünglichen Heimat Prag. Seine Tochter Johanna Steiger- Antoš, die in Prag lebt, hat ihn für uns befragt, und stellt ihm Fragen, die sie selbst schon immer interessiert haben.

In meiner Kindheit war ich von alten Spielsachen umringt, durfte aber kaum mit den wertvollen Spielzeugen meines Vaters spielen. Hatte Ivan Steiger eigentlich als kleiner Junge auch so viele Spielzeuge, und kann er sich an sein Lieblingsspielzeug damals erinnern? Nachdem mein Vater schon bald mit meiner Mutter und meiner älteren Schwester in Deutschland Fuß faßt, entstehen aus seinen einfachen Strichmännchenzeichnungen auch bald kurze Zeichentrickfilme. Die Spielzeugsammlungen in München und Prag sind sehr umfangreich, und sprechen junges, als auch älteres Publikum an: man kann aufziehbare Blechspielzeuge bewundern, Puppen, Eisenbahnen, Teddybären, Dampfmaschienen, und vieles mehr... Mich hat interessiert, ob es beim tschechischen und deutschen Publikum unterschiedliche Reaktionen auf die Exponate gibt? Seit über 33 Jahren lebt Ivan Steiger in München. Hat er heute noch Kontakt zu seinen Freunden und Verwandten, und mußte er sie 1968 zurück- lassen? Wir haben ein Spielzeugmuseum in München und eines in Prag. Für meinen Vater heißt das ein ständiges Hin- und Herpendeln, aber es macht ihm sichtlich Spaß. Ist es auf die Dauer aber nicht anstrengend, oder ist die Pendlerei für einen Emigranten die ideale Verbindung zwischen der verlorenen und wiedergewonnenen Heimat? Auch ich entlasse Sie heute mit dem Motto "Macht der Gewohnheit", verabschiede mich von Ihnen, hoffe, daß Sie Spaß am Zuhören hatten, bis zum nächsten mal im Kulturspiegel. Ihre Johanna Steiger- Antoš.