Jahrestag der sowjetischen Invasion: Mehrere Hundert Demonstranten vor russischer Botschaft in Prag
Einige Hundert Demonstranten haben am Donnerstagabend vor der russischen Botschaft in Prag an den Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen in die Tschechoslowakei vor 57 Jahren erinnert. Zugleich protestierten die Teilnehmer gegen den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Zu der Kundgebung hatten mehrere NGOs unter der Führung der Hilfsorganisation Člověk v tísni (Mensch in Not) aufgerufen.
Am Rednerpult sprach unter anderem ein Mann, der 1968 von sowjetischen Soldaten schwer verletzt wurde. Zudem schilderte ein früherer russischer Soldat, wie er 1988 beim Dienst in der Tschechoslowakei aus der Armee desertiert ist.
Der Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes begann in der Nacht auf den 21. August 1968. Die Führung der Sowjetunion wollte durch die Invasion die kommunistische Reformbewegung Prager Frühling in der Tschechoslowakei stoppen. Allein am ersten Tag des Einmarsches wurden 58 Menschen umgebracht oder tödlich verletzt.