Kirchen beunruhigt durch Äußerungen des Chefs des Abgeordnetenhauses gegen ukrainische Geflüchtete
Der Ökumenische Kirchenrat und die Tschechische Bischofskonferenz haben am Montag in einer gemeinsamen Erklärung ihre tiefe Besorgnis über die Äußerungen des Vorsitzenden des Abgeordnetenhauses, Tomio Okamura („Freiheit und direkte Demokratie“, SPD), zum Ausdruck gebracht. Der Politiker hatte sich häufig gegen ukrainische Geflüchtete sowie die Hilfe geäußert, die ihnen die Tschechische Republik bietet.
In diesem Zusammenhang erinnerten die Kirchenvertreter an bedauerliche europäische Erfahrungen mit ähnlichen Angriffen auf Juden, Roma und Personen mit Behinderung. Jeder könne in Not geraten, und die Fähigkeit, Mitgefühl und Solidarität zu zeigen, sei eines der Prinzipien unserer Zivilisation, hieß es in der Erklärung. „Darum dürfen wir nicht schweigen“, betonten die Kirchen in der Erklärung, die der Vorsitzende der Tschechischen Bischofskonferenz, Josef Nuzík, und der Vorsitzende des Ökumenischen Kirchenrats, Pavel Pokorný, unterzeichneten.