Klassik, Jazz, Weltmusik: „Saiten des Herbstes“ zum 20. Mal in Prag

Einen runden Geburtstag feiert das internationale Musikfestival „Struny podzimu“ (Saiten des Herbstes). Seit genau zwanzig Jahren ist es ein fester Bestandteil im herbstlichen Kulturprogramm der Tschechischen Hauptstadt.

Marek Vrabec (Foto: Vojtěch Havlík, Archiv des Tschechischen Rundfunks)
Mit einer Mischung aus Flamenco, afrikanischen Rhythmen und Pop beginnt am Montagabend in der Prager Staatsoper das 20. Festival „Struny podzimu“ (Saiten des Herbstes). Im Programm der nächsten sechs Wochen findet man aber auch Klassik, Weltmusik, Crossover und Jazz. Marek Vrabec ist der künstlerische Leiter des Festivals:

„Wir bleiben unseren Programmprinzipien treu. Unser Motto lautet ‚Jazz und Klassik. Tradition und Experiment‘. Ich wähle die Stücke sehr sorgfältig aus, und auch die Säle, wo sie aufgeführt werden. Der Zauber des Festivals beruht darin, dass die Konzerte ganz unterschiedliche Genres bedienen und dass sie sich in sehr interessanten Räumlichkeiten abspielen, mit denen sie entweder im Einklang oder im Kontrast stehen.“

Musikfestival „Struny podzimu“ (Foto: YouTube)
Marek Vrabec hat das Festival im Jahr 1996 gegründet. Damals war das Musikfest mit der Prager Burg eng verbunden. Nach acht Jahren kam ein Bruch:

„Im Jahr 2003, nach dem Amtsantritt von Václav Klaus als Staatspräsident, mussten wir von einem Tag auf den anderen die Prager Burg verlassen. Das Festival hat das kritische Jahr und seinen klinischen Tod überlebt und kehrte im nachfolgenden Jahr auf die Bühne zurück: mit neuen Partnern und einem neuen Programm, das sich nicht mehr auf die Krücke der herrlichen Räume der Prager Burg stützte, sondern für sich selbst, für seinen Inhalt stehen konnte.“

Concha Buika (Foto: Allpartsmove, CC BY-SA 4.0)
Dank ihrem originellen Programmkonzept gelten die „Saiten des Herbstes“ heute als eine der innovativsten Musikveranstaltungen hierzulande. Willkommen beim Festival sind Zuschauer, die sich gerne überraschen lassen und Musik in ungewöhnlichem Kontext genießen wollen. Das gilt auch für das Eröffnungskonzert von Concha Buika, einer auf Mallorca aufgewachsenen Sängerin mit afrikanischen Wurzeln:

„Sie ist eine sehr temperamentvolle und authentische Künstlerin, die sich im guten Sinne des Wortes von ihren Dämonen beherrschen lässt. Manchmal gleicht sie Persönlichkeiten wie Edith Piaf und Nina Simone. Ihre Energie auf der Bühne ist gewaltig, ihre Live-Konzerte sind ein eindrückliches Erlebnis.“

Weiter geht das Festival im Forum Karlín, wo Zdeněk Liškas Film-Musik zum Streifen Markéta Lazarová aus dem Jahr 1967 zum ersten Mal in einem Konzert erklingt. In weiteren Musikaufführungen begegnet das Publikum unter anderem dem Komponisten David Lang, dem Orgelspieler Cameron Carpenter, dem Pianisten Jason Moran und dem Countertenor Philippe Jaroussky. Das Festival geht mit einem Konzert der Jazz-Sängerin Cassandra Wilson am 18. November zu Ende.