Kleopatra & Co.

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In Tschechien geht der Musical-Boom der letzten Jahre weiter. Es sind hauptsächlich Stücke tschechischer Komponisten und Autoren, die sich der größten Beliebtheit beim Publikum erfreuen. Um nur einige von Ihnen zu nennen: Der absolute Publikumsrenner war "Dracula" mit über zweieinhalb Millionen Zuschauern in sechs Jahren, dahinter - auf der Erfolgsskala der tschechischen Produktionen - folgen z.B. "Monte Cristo", "Jean d'Arc", "Hamlet" oder "Der Rattenfänger".

Die erste diesjährige Premiere war die Aufführung des pompösen Musicals "Kleopatra" am vergangenen Wochenende im neuen Prager Theater Broadway.

Das Besondere an dem neuen Musical ist seine Multimedialität. Das Handicap der zu kleinen Bühne für diese große Geschichte nutzten die Macher nämlich zu einem Vorteil. Drei Leinwände zeigen Filmeinspielungen und großartige Computeranimationen, die erst richtig die Monumentalität eines Historienepos' entstehen lassen. So kann der Zuschauer durch das antike Alexandria schreiten, Massenaufmärschen beiwohnen, die Pyramiden, den Nil und vieles mehr sehen.

Bereits jetzt liegen 80.000 Vorbestellungen für das Spektakel vor. Ein neuer Publikumshit am tschechischen Musical-Himmel? Sieht ganz so aus. Die Kritiker aber sind sich ziemlich einig: "Kleopatra" ist ein auf Hochglanz poliertes Nichts. Ein gut berechnetes und handwerklich gelungenes Projekt, das aber mit wirklicher Kunst nur wenig zu tun hat.

Autor: Ludmila Clauss
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